Die Avantgarten

Emiel Ambroos ist der zweite internationale Bildhauer, der im Skulpturengarten DaunTown sein Werk ausstellt.

Auf Einladung von André Smits wohnte der niederländische Künstler zwei Wochen im „HUBSA“ auf unserem Ateliergelände und nutzte zum Arbeiten die Werkstatt von Jörg Spätig.

Die abstrakten Mixed Media Skulpturen von Emiel Ambroos sind eigentlich Holzfiguren, die kombiniert mit Materialien wie Schaumstoff, Tape, farbigem Kleber oder Fundstücken wie Metallgitter eine sehr zeitgenössische Ästhetik vermitteln. Ausgehend von den vor Ort gefundenen Materialien und Hölzern entwickelt er seine Ideen. So auch in DaunTown.

Die Holzstücke vom kaputten Bootssteg des Teichs im Skulpturengarten kamen ihm gerade recht. Er schichtete sie um einen Stamm und wir konnten den Prozeß beobachten, wie er Details herausarbeitet oder bewusst naturgegebene Elemente stehen ließ. Ganz nebenbei ergaben sich interessante Gespräche über das künstlerische Arbeiten in den Niederlanden und in Deutschland, ästhetische Sichtweisen, Unterschiede und Experimentierfreude in der Kunst.

Nach vierzehn Tagen Arbeit konnte die Skulptur aufgestellt werden. Genau passend im Timing, denn Emiel Ambroos musste zurück nach Arnheim, um dort im Auftrag der Stadt zwei Werke für den öffentlichen Raum zu fertigen.

„In the meanwhile at the future beach of Dauntown: Goats are scavenging the coasts for parts of moss and scrap-metal to rebuild their ships and roam the cosmos once more, 2021“ so lautet der Titel der Skulptur von Emiel Ambroos.
Found material; (drift) wood, moss, metal, tape, glue and paint

Emiel Ambroos arbeitet in DaunTown.

Emiel Ambroos und Jörg Spätig beim Werkstattgespräch.

Mehr Arbeite von Emiel Ambroos hier

AITW-HUBSA-AIR

Das Projekt „Avantgarten“ nimmt Form an. Im Skulpturengarten in DaunTown zeigen Künstlerkollegen aus aller Welt ihre Werke, die sie hier erarbeitet haben.

André Smits, ein niederländischer Künstler, nutzte sofort die verbesserte Corona-Lage, um hier vor Ort seine soziale Skulptur „AITW-HUBSA-AIR“ fertigzustellen. Ein Objekt, in dem Künstler als Artist in Residenz wohnen können.

Zu Smits Gesamtkunstkonzept gehört unabdingbar das Reisen und Netzwerken. Er fotografiert weltweit Künstler in ihren Ateliers mit Rückenansicht. Mittels Graffitis wird die Wegbeschreibung festgehalten, welcher Künstler ihn wohin weiter vermittelt hat.

ARTIST IN THE WORLD ist eine Reise durch die Kunstwelt mit dem Ziel, Künstler in einem Archiv zu verbinden. Die Welt der Kunst mit einer breiten Geste zu umarmen. Es ist eine vorsichtige Hommage an mein Staunen über all die Schönheit und Ausgelassenheit, die mir auf diesem Weg begegnet.

Für dieses Projekt fotografiere ich Künstler und Personen der Kunstszene, wie Sammler und Aussteller, in ihrem Arbeitsbereich. Ein wichtiger Bestandteil dieser Serie ist das Konzept der romantischen Rückenfigur, jeder steht immer mit dem Rücken zur Kamera. So geben die Fotos einen intimen Einblick in die Ateliers. Die fotografierten Charaktere fungieren als Wegweiser und laden die Zuschauer in ihre Welt ein. Es ist auch ein Moment der Besinnung.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der persönliche Kontakt zwischen Menschen. Der Weg, den ich einschlage, entsteht ohne einen zugrundeliegenden künstlerischen oder philosophischen Plan. Auf diese Weise arbeite ich an einem Gesamtbild der Kunstwelt, das organisch wächst und sich in unvorhersehbare Richtungen entwickelt.“
André Smits

Auf seinen Reisen hat André Smits festgestellt, wie schwierig es ist, weltweit adäquate Unterkünfte zu finden. So enstand seine Idee, in jedem Land ein Tiny House für reisende Künstler zu errichten. In DaunTown, Borgholzhausen, Deutschland steht nun das erste! Ein niederländisches Museum hat bereits Kontakt mit dem Künstler aufgenommen, um auf dem Museumsgelände ein weiteres HUBSA zu installieren.

Fotos vom fertigen HUBSA gibt es auf der Seite des Künstlers zu sehen: AITW-HUBSA-AIR

Das Gleich muß jetzt mal warten

„Gestern war heute noch morgen.
Jetzt aber bin ich – mehr oder weniger… vielleicht.

Es gibt Menschen, die sprechen von der Perle des Augenblicks – gefällt mir… glaube ich.

So drehe ich mich ständig im Kreis – gefühlt ist mein Leben wie eine endlose Fahrt im Paternoster – irgendwie gefährlich ungeschützt und doch so aufregend und spannend mit einer Vielfalt an Ausstiegsmöglichkeiten, dass es mir manches Mal wie eine Überforderung vorkommt.
Vermutlich ist das alles eine Illusion und das Leben, auch und vor allem das Erleben, finden einfach nur JETZT statt – ohne Vergangenheit und ohne Zukunft für den Moment… oder so.“
(Ein Monolog von Jörg Spätig zu seinen neuen Arbeiten).

Die Treppenhausgalerie zeigt die neusten Skulpturen jetzt in einer großen Ausstellung. 21 Werke, die wie in einem Paternoster fahrend, über vier Etagen zu sehen sind.

Neu an Spätigs Skulpturen ist der Umgang mit Farbe. Teils verstärkt Farbe die Form, teils löst sie die Plastizität auf, führt zu optischer Verwirrung und fordert den Betrachter zur genauen Beobachtung auf.

Eine spannende Ausstellung, vom 20.8. – 24.10.2021 in der Treppenhausgalerie, in Herford, Goebenstraße 3 –7 (im Elsbachhaus)
Öffnungszeiten: Mo. bis Sa. 8-20 Uhr

Zur Eröffung der Ausstellung verwandelte Jörg Spätig die Performance-Künstlerin Anna Bella Eschengerd in eine Skulptur. So verschmolzen mit den ausgestellten Objekten bewegte sie sich durch das Treppenhaus, das Publikum in den Bann ziehend und philosophierte dabei über die Normalität des Anderssein.

10 m³ KunstDialoge

Künstlerische Interventionen im Schaukasten des Kunstvereins hase29 in Osnabrück.

Aktuell arbeitet Marvin Knopf in der Schauvitrine der hase29 an einer amorphen Wandskulptur aus selbst gefärbtem Leinen. Die Wandskulptur ähnelt in ihrer Formsprache und Farbigkeit den abstrakten Malereien des Künstlers und ist Teil einer Serie, die im Rahmen des DaunTown-Atelierstipendiums entsteht.

Zwar ist der Ausdruck der Skulptur abstrakt, dennoch sind Assoziationen mit dem menschlichen Körper, wie etwa Extremitäten oder Gedärmen nicht von der Hand zu weisen.

Die Stoffschläuche, zu geometrischen Gebilden zusammengefügt, werden  durch die weiche Beschaffenheit des Materials, in der Hängung wieder zur organischen Form. Als Kontrast zu der weichen, fließenden Form ist an einer Stelle eine Metallkette eingefügt. Diese Zusammenzerrung bricht die Geometrie der Komposition auf. Das Zerren und Abschnüren in Bezug zur Assoziation des Materials mit dem menschlichen Körper kann einerseits als Schmerz oder Fesselung gedeutet werden oder andererseits rein formal als kompositorisch bedeutungsvoll für den Ausdruck des Werks.

Der Entstehungsprozess wie auch das Werk selbst kann noch bis zum 11.7. im Schaukasten der hase29 in der Hasestraße in Osnabrück beobachtet werden.

Das Kunstwerk entsteht direkt draußen vor dem Kunstverein.
Hier das Färben des Leinens.

Die Stoffschläuche hat Marvin Knopf aus Resten von
Leinwänden genäht.

Noch bis zum 11.7.2021 ist die Arbeit zu sehen.

hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V

offene Ateliers-Ausstellung – EVA 02

Gastkünstler Stan Pete stellt zu den offenen DaunTown Ateliers aus.

An diesem Wochenende ist in den Hangars die raumgreifende Installation  EVA02 zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine Figur aus dem Neon Genesis Evangelium, einem Manga aus den 90ern. Im Original hochhausgroß findet sie hier als 3 Meter Miniatur ihren möglichen Ursprung. Die Halle wurde zu einer Art Labor / Werkstatt umgestaltet in der der Prototyp entwickelt worden sein könnte.  Bei diesem Werk finden selbst erstellt Schnittmuster, ähnlich denen in der Bekleidungsindustrie, Verwendung. Tageslichtprojektor und Mikrofilmlesegerät mit weiteren technischen Plänen bieten den Ausblick auf einen weiteren Ausbau. Fahrstulmusik und Klangschnipsel aus der Original Serie sowie Ziegen die gelegentlich von Außen an die Blechwand  stoßen, bieten die Geräuschkulisse.

Mehr Eindrücke von den offenen DaunTown Ateliers finden Sie bei Instagram auf der Seite der Museen Osnabrück muk_os


Stan Pete beim Aufbau seiner Installation
Fotos: Alexandra Malobrodski

Einblick in die Atelierräume per Video-Chat

Kunst hautnah erleben? Das ist nicht so einfach in Corona Zeiten, in der Zeit von geschlossenen Museen und Kunstvereinen. Aber dank inzwischen erprobter Technik ergeben sich neue Möglichkeiten mit Künstlern direkt in Kontakt zu treten.

DaunTown möchte Kunstinteressierten virtuell ermöglichen, in die Welt der Künstler einzutauchen. Wir laden Sie alle herzlich zu einem individuellen DaunTown-Video-Chat in die Ateliers ein.

Die Räume in der ehemaligen Daunenfedernfabrik werden von den acht Malern, Bildhauern, Objektkünstlern und Zeichnern zum Arbeiten genutzt. Hier findet ein reger Austausch zum Thema Kunst statt, mit Kollegen und gerne auch mit Ihnen als Besucher per Video-Chat.

Der Künstler Michael Strauß empfängt Sie zu einem virtuellem Rundgang durch alle Ateliers. In einem persönlichen Gespräch bekommen Sie Einblicke und Erklärungen in die Entstehung aktueller Kunst – ein Schulterblick.

Buchen Sie einen Video-Chat-Termin nach Wunsch direkt bei:
kontakt@michael-strauss.info

Wir freuen uns auf Sie. Und eines Tages, da sind wir sicher, werden Sie sich direkt vor Ort in Borgholzhausen ein originales Bild von der Kunst machen können.

Hier ein Einblick in das Atelier von Michael Strauß

Auf dem Weg nach Golgatha

Die Ausstellung „Flüchtige Blicke“ in der Herforder Innenstadt wird immer größer! Der Kulturverein Kulturbeutel Herford zeigt auf Großbildschirmen an vielen Standorten Kunst, vom Bahnhof bis zum Ende der Fußgängerzone. Es geht um den flüchtigen Blick. Kunst, die im Vorbeigehen wahrgenommen wird und somit zu Alltag gehört. In Corona-Zeiten eine der wenigen Möglichkeiten für Künstler, ihre Werke zu präsentieren.

Nachdem die Resonanz in den Medien, bei Künstlern und zufälligen Passanten exrem positiv ausfiel, wächst die Ausstellung immer weiter. Es sind neue Künstler an weiteren Standorten dazugekommen, die in Ladenleerständen Installationen und Skulpturen zeigen.

In einem der neuen Räume ist ein Werk von Jörg Spätig zu sehen. Der Besucher der Schaufensterausstellung mag sich beim Betrachten der Skulpturen an die Bilder von Hieronymus Bosch erinnert fühlen. Alle „Sünden und Freuden“ sind in dieser Arbeit vertreten. Spätig bezieht sich mit seiner Installation auf den Berg Golgatha und stellt die Frage „Was ist Unrecht?“.

Zu sehen sind die Kunstwerke in der Stadt bis zum Sommer. Mehr zu lesen über die Ausstellung „Flüchtige Blicke“ gibt es im Magazin „kunst:stück owl“

Schnee verzaubert den Skulpturengarten in DaunTown

Avantgarten – ein neues Projekt von Jörg Spätig.

In DaunTown entsteht auf 1 ha Fläche ein öffentlicher Skulpturengarten. Kunstinteressierte und zufällige Wanderer können hier jederzeit auf Entdeckung gehen.

Die Idee: Jörg Spätig läd ein- bis zweimal im Jahr internationale und nationale Bildhauer ein, mit ihm Skulpturen für den Garten zu erarbeiten. Die Skulpturen bleiben stehen, bis sie verkauft sind oder für eine andere Ausstellung gebraucht werden. Die Kunstrichtungen werden das gesamte Spektrum der aktuellen Kunst umfassen.

Auch das Land NRW überzeugte Spätig mit seinem Konzept, somit gehört das Projetk zu einem der 6000 geförderten Künstlerprojekte des Landes.

Die Vorbereitungen und Organisation für die erste Einladung eines Bildhauers laufen bereits. So wurde der Garten nach historischen Fotos wieder in seiner Ursprünglichkeit hergestellt. Der erste Gast-Bildhauer soll im Juli hier arbeiten.

Zu den Skulpturen von Jörg Spätig werden sich im Sommer noch weitere Arbeiten anderer Bildhauer gesellen.

Werkstatt Jörg Spätig – ein virtueller Atelierrundgang

Die Corona-Krise hat es freischaffenden Künstlern nicht leichter gemacht, sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren. Daher ist die Idee des Fachbereichs Kultur der Stadt Gütersloh entstanden, fünf von der Kölner Kuratorin Birgit Laskowski ausgewählten Künstlern mittels eines virtuellen Atelierrundgangs eine digitale Plattform anzubieten.

Einer der Künstler ist der Bildhauer Jörg Spätig. Ein virtueller 360°-Atelierrundgang ermöglicht einen Einblick in seine Schaffenswelt. Proffessionell vom Fotograf Matheus Fernandes in Szene gesetzt, kann der Besucher digital im Atelier umherwandern.

Es entsteht das Gefühl, mitten drin zu stehen. Der Besucher kann durch Türen in den nächsten Raum schreiten oder Details nah heranzoomen, um sich eine Skulptur genauer azusehen.

Zum virtuellen Atelierrundgang von Jörg Spätig

Screenshot aus dem Panorama-Rundgang.

Köpfe

Genau gesagt „Doppelköppe“, so der Titel der aktuellen Ausstellung mit Malereien von Gisela Schuto und Skulpturen von Jörg Spätig, sind hier präsentiert.

Doppelkopf- Hochzeit! Erster fremder Fehl geht mit!—So oder so ähnlich lauten die üblichen Aussagen zu Beginn einer Runde des populären Kartenspiels. Durchaus spannend und kommunikativ aber auch immer wieder gut für die Offenbarung charakterlicher Schwächen und Besonderheiten des Menschen.

Beide Künstler beschäftigen sich mit diesen charakterlichen Eigenarten und Tatsächlichkeiten des Menschlichen, fest gemacht am Charakterkopf. Manch einer würden sagen, der vermeintlichen Schaltzentrale des menschlichen Daseins – Jörg Spätig sagt „ich befasse mich mit einem Siebtel des menschlichen Körpers, dem Kopf.“

Die skulpturalen Auseinandersetzungen Spätigs mit dem Thema „Kopf“ zeigen deutlich: sehen wollen, beobachten können und wahrnehmen müssen ist seine Grundlage für die Erschaffung bildnerischer Arbeiten. Ob realistische Gesichter oder zur Abstraktion verdichtete Formen, seine Charaktere scheinen Inneres und Äußeres gleichermaßen sichtbar zu machen.

Die Ausstellung wäre eigentlich vom 21.3. bis 19.4.2020 in der SERPIL NEUHAUS GALERIE zu sehen. In Zeiten des Corona Virus mit allgemeiner Ausgangsbeschränkung bleibt die Galerie geschlossen und nur der zufällige Passant kann die Werke durch das Schaufenster betrachten.

SERPIL NEUHAUS GALERIE, Hohenzollernstraße 35, 33330 Gütersloh