WHERE THE FOX LIVES

Der Fuchs lebt ursprünglich verborgen in unterirdischen Bauten abseits menschlicher Siedlungen, nähert sich jedoch zunehmend urbanen Räumen an und bleibt dabei für viele Menschen dennoch kaum sichtbar. Diese Ambivalenz aus Nähe und Verborgenheit bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung ,,Where the Fox Lives“ in der skulptur-galerie Osnabrück.

Gezeigt werden erstmals dreidimensionale Arbeiten aller neun Künstler:innen der Ateliergemeinschaft DaunTown, die in einer ehemaligen Daunenfabrik am Rand des Teutoburger Waldes arbeiten. Die Ausstellung eröffnet einen Überblick über die unterschiedlichen künstlerischen Positionen.

Kuriert wurde die Ausstellung von Alexej Eisner und Marius Kolkmeyer. Sie zeigen mit dieser Ausstellung neue Ein-, Aus- und Durchblicke auf die Werke von Sarah Marie Caroline Dahm, AnnieLuu Fischer, Beate Freier-Bongaertz, Michael Holtgrewe, Marvin Knopf, Wolfgang Meluhn, Matthias Poltrock, Jörg Spätig und Yasin Wörheide.

5.6. bis 11.7.2026
skulptur-galerie Osnabrück, Bierstr. 2
Öffnungszeiten: Mi–Fr 15–18 Uhr und Sa 11–16 Uhr


Die Ausstellung zeigt neue Ein-, Aus- und Durchblicke, die überraschen.

… und ich sah viele Leute dort oben, die wie ich die Fenster suchten.

„und ich sah viele Leute dort oben, die wie ich die Fenster suchten…“ ist der verheißungsvolle Titel einer präzise formulierten Ausstellung des Künstlers Yasin Wörheide, in der das intrinsische Fenster zum Prinzip erhoben und der Abgesang auf die konventionelle Realität mit ekstatischem Jazz gefeiert wird. So oder so ähnlich könnte man die Schau in der ehemaligen Lippstädter Flak-Kaserne beschreiben, die am 2. Mai eine fulminante Eröffnung feierte.

Der seit 23 Jahren als Kunst im Turm bekannte Ausstellungsort, geführt vom gleichnamigen Verein, Kunst im Turm e.V. Lippstadt, gibt mit der aktuellen Präsentation einem Künstler Raum, der sich darauf versteht, die fluide Wahrnehmung einer digital gewordenen Realität vorzuführen. Mit der Werkreihe „Intrinsische Fenster“ schafft Wörheide einen konzeptuellen Rahmen, der sich konkret auf die Malereigeschichte bezieht, gleichzeitig im Alltäglichen erfahrbar und gerade deswegen hoch produktiv ist.

Dass mit dem Begriff des Fensters schon lange nicht mehr nur ein hölzerner Rahmen im Mauerwerk bezeichnet wird, war dem ehemaligen IT-Techniker und heutigen Bürgermeister von Lippstadt, Alexander Tschense, nach eigener Aussage erst im Gespräch mit dem Künstler wirklich bewusst geworden. Sein geschulter Blick war dafür in der Lage gewesen, im großen Gemälde „Die Tastatur“ sofort die unter Computer-Enthusiasten bekannte Cherry-Tastatur zu erkennen. Die monumentale Arbeit zeigt auf 450 x 180 cm ein mit Symbolen beladenes, überdimensionales Keyboard. Es scheint in einem Dschungel zu schweben, wie die Ruine einer heiligen Stätte, sakral leuchtend, als sei es selbst eine göttliche Instanz. Umgeben von kleineren Tieren scheint sie die Szenerie zu erleuchten, da sitzt ein Rabe auf einem Stapel Bücher, eine Raupe wurmt sich durch das Dickicht, neben ihr sind die Pfeiltasten zu Stein geworden, in ihnen steckt ein Schwert.

Diese Vermengung von Natur, Spiritualität, Mythos und Göttlichkeit mit Technik, Kabel und Alltäglichem ist für Yasin Wörheide typisch. Es gelingt ihm damit, neue Verbindungen zu schaffen, wie bei Tschense, der sich außerordentlich beglückt über die geistige Flexibilität des Künstlers zeigt und die Ausstellung mit einem großen Dank an diesen eröffnet. Er steht dabei vor der Tastatur, mitten im Raum, der Raum ist groß, fast quadratisch und nach oben hoch genug, dass eine kleine Empore in die zweite Etage führt. Die Tastatur selber ist unkonventioneller Weise nicht an der Wand gehängt, sondern im Raum zum Stehen gebracht. Von ihr ab und teilweise um sie herum tanzen Telefone mit langen stählernen Beinen den, wie die Werkliste verlauten lässt, „Tanz um den Fortschritt“.

Gegenüber stehen Plastiken aus verschiedenen Materialien wie kleine Soldaten bereit. Die zusammengesetzten Figuren, frankensteinartige Mischwesen aus Stahl, Keramik und allem, was noch zur Geburt eines Wörheide’schen Kobolds notwendig ist, sind kleine Agenten. Ihre Körper bestehen aus Computergehäusen, ihre Gesichter aus gebrannter Keramik. Sie sind Kobolde, Hunde oder Schwäne, Fabelwesen oder Roboter, man kann es nicht sagen. Im einführenden Gespräch mit dem Kunstvereinsleiter Dirk Skovronski erklärt Wörheide seine Absichten, er wollte diese Computer zu dem machen, was sie sind: Agenten in unserer Welt.

Fenster sind heute ebenso als Programmfenster oder Tabs auf Bildschirmen anzutreffen, wie sie auch als gläserne Rechtecke in den Wänden vieler Gebäude zu finden sind. Eine Ähnlichkeit, die in den „Intrinsischen Fenstern“ Wörheides evident wird. Die Werke dieser Reihe zeichnen sich durch ein gemeinsames „Dateiformat“ aus, alle Malereien sind um eine hölzerne Tab-Leiste erweitert, die am oberen Bildrand den Anschein erweckt, die Malerei ließe sich wie ein digitales Fenster minimieren, maximieren oder schließen. Eindeutig wird hier das längst in das kollektive Gedächtnis übergegangene User-Interface des nicht zufällig Windows heißenden Unternehmens zitiert. Weiter finden sich überall an den Wänden auch solche Tab Leisten die noch ungeöffnet erscheinen, die Bilder sind minimiert und an der Wand findet sich nur ein Stück Holz mit den bekannten Symbolen, zu gerne würde man diese Fenster auch noch öffnen. Die Geste verweist auch inhaltlich auf eine Erweiterung der Malerei, die bekannte Benutzeroberfläche überbrückt den Betrachtungsprozess und lässt die Anschauung selbst in den Vordergrund treten. Wie sind diese Bilder zu sehen? Welches Betriebssystem muss in den Köpfen der Betrachter installiert sein, damit sich die Bilder erschließen? Hier kommt der Ausstellung eine medienreflexive Qualität zu, der Blick verschiebt sich auf Fragen der Medialität, nicht nur das Bild bedarf der Deutung, die Distribution der Bilder wird reflektiert.

Die Malerei als Fenster zu begreifen ist keine neue Perspektive, wie der Künstler im einführenden Gespräch erläutert. Schon der Theoretiker Leon Battista Alberti identifiziert 1436 die Ähnlichkeit zwischen der Malerei und dem Fenster in seinem Traktat „Della Pictura“ als „Fenestra Prospectiva“, ein Fenster mit Aussicht. Dieser Gedanke, den Wörheide als Absolvent der Kunstakademie Münster bei seinem ehemaligen Professor und heutigen Sammler Gerd Blum gelernt hat, wird hier konsequent weitergedacht. Wenn das Fenster mit Ausblick seit ein paar Jahrzehnten auch ein digitales Fenster meint, welche Implikationen hat das für die Malerei? Verändern sich die Sehgewohnheiten mit den wechselnden Formaten der Bildschirme, und wenn ja, welches sind die neuen Formate der Malerei? Eine besonders direkte, fast plumpe Antwort findet Wörheide auf der zweiten Etage der Ausstellung. Mit Arbeiten wie „HTC Mona Lisa“ oder „Nokia Jungbrunnen“ präsentiert er bekannte Werke der Kunstgeschichte auf Smartphones. Die gekonnt kopierten, mit wenigen raffinierten Strichen auf das Smartphone übertragenen Motive eröffnen die Möglichkeit, sich in der Geschichte zu spiegeln, sozusagen ein Fenster in die Vergangenheit. Auch eine Reise des Künstlers in die Höhlen von Lascaux wurde hier auf Samsung und Iphone verarbeitet.

Ihr großes/anderes Verb Finale findet die Eröffnung schließlich in der Musik. Schweigend betreten die vier maskierten Musiker der „Crashing Airplanes“ den Kunstverein: Hidden Japan (Saxofon, EWI), Steward S. (Bass), Don Bumchack (Saw, Pads) und Mirko Butterfly (Drums). Hinter sich her zieht Don Bumchack einen von innen grün leuchtenden Kessel, in den die Musiker der Reihe nach blicken, bevor sie sich wie in Trance zu ihren Instrumenten begeben. Der erste Ton kommt von Hidden Japan – und er ähnelt verblüffend genau dem legendären Boot-up-Sound einer frühen Windows Version. Was folgt, ist ein freier, lauter, rauschender Jazz, der sich immer weiter aufschaukelt, bis die Grenzen zwischen Besucher und ausgestelltem sich auflösen, wenn nicht mehr nur die Telefone sondern auch die Besucher beginnen zu tanzen.

Finn Froböse

Die Ausstellung ist vom 2.5. bis zum 31.5.2026 im Kunstverein „Kunst im Turm“ Lippstadt, Von-Tresckow-Straße 31, zu sehen.


Fotos: Hanna Retz

Mehr Werke von Yasin Wörheide

Roter Schwan

Yasin Wörheide beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem, was nach der Digital-Euphorie bleibt: Geister in Maschinen, Götter in Geräten, Mythen in den Ruinen des Fortschritts. Seine Werke fragen nach dem, was den Menschen ausmacht – in einer Welt, die ihn ständig neu definiert.

Zwei seiner Werke sind aktuell in der skulptur-galerie Osnabrück zu sehen, die mit »3D’25« ihre Ausstellungsreihe fortsetzt. Die präsentierten Arbeiten von 16 Künstlerinnen und Künstlern dokumentieren eine Vielfalt an Materialien, Techniken und Themen und geben einen Einblick in die aktuelle, dreidimensional arbeitende Kunstszene der Region Osnabrück.

Artist Talk Freitag, 12. Dezember um 19 Uhr.
Die Ausstellung ist bis zum 17.1.2026 zu sehen.
skulptur-galerie, Bierstraße 2, Osnabrück


„roter Schwan“ Yasin Wörheide zu seiner Skulptur: „Ein ausgedienter Rechner erhebt sich als roter Schwan – Sinnbild für Verwandlung, Erinnerung und die poetische Rückeroberung des Zwecklosen.“


„Herr Kobold“ Wörheides Kommentar zur Figur: „gebrannt, gebrochen, rebootet – der Kobold kennt keinen Ruhemodus.“ (Fotos: Hanna Retz)

Mehr Arbeiten von Yasin Wörheide hier

Legenden mit Hausverbot

Die Ausstellung „Legenden mit Hausverbot“ handelt von denen, die nicht reindürfen oder gar nicht erst anklopfen – Gestalten zwischen Bedeutung und Ausschluss, zwischen Kultstatus und kalter Straße. Wer entscheidet, wer dazugehört? Yasin Wörheides Werke stellen klar, dass Teilhabe kein Selbstläufer ist.

Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Skulptur, Installation, Klang und neuen Medien. Er beschäftigt sich mit dem, was nach der Digital-Euphorie bleibt: Geister in Maschinen, Götter in Geräten, Mythen in den Ruinen des Fortschritts. Die Werke fragen nach dem, was den Menschen ausmacht – in einer Welt, die ihn ständig neu definiert.

Die Ausstellung ist bis zum 31.10.2025 im CUBA-Foyer und in der BLACK BOX zu sehen, Achtermannstr. 10 – 12. in Münster.
Öffnungszeiten: Mo. bis Fr., 9 bis 19 Uhr


Fotos: Hanna Retz

Mehr Arbeiten von Yasin Wörheide hier

Das verlängerte Moment

Die Ausstellung „Das verlängerte Moment“ von Yasin Wörheide widmet sich der Frage, wie sich Zeit in Form und Bild einschreibt.

Yasin Wörheide zeigt Malerei, Skulpturen und erstmals eine Werkgruppe von über 70 Reisezeichnungen – entstanden auf Wegen durch Kolumbien, China, Russland, Norwegen, Peru, Deutschland und weitere Länder.

Statt schneller Fotografien halten diese Arbeiten Momente des Innehaltens fest – zeichnerische Annäherungen an Menschen, Landschaften, Städte und Objekte. Jede Zeichnung ist ein destillierter Augenblick, ein verlängertes Moment.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31.8.2026 in der Freimaurerloge Herford.

Zeichnungen von Yasin Wörheide aus der Werkgruppe Reisezeichnungen.


Yasin Wörheide bei der Eröffnung im Gespräch mit Künstlerkollege Rosario de Simone.

Gute Nachbarschaft

 ein Gastbeitrag von Peter Karpinski 

Gute Nachbarn helfen mit einem Viertelpfund Zucker oder zwei Eiern aus. Mit einer Rohrzange, wenn Werkzeug fehlt. 

Gute Nachbarn stellen die Mülltonnen ordentlich in den Hof zurück. Gute Nachbarn machen keinen Krach nach 22 Uhr. Gute Nachbarn bringen Brot und Salz mit. 

Die Nachbarn aus DaunTown sind zu Besuch in Versmold: die Ausstellung “GOOD NEIGHBOURS” in der Galerie‘ET zeigt Werke von 11 Künstlerinnen und Künstlern. Sie alle arbeiten in der alten Daunenfabrik, am Rand des Teutoburger Waldes bei Borgholzhausen. 

Und was im Atelier auf natürliche Weise nebeneinander, miteinander und zueinander entsteht, tritt im Galerieraum in einen anderen Dialog: Singuläre künstlerische Strategien und Methoden erweitern und verbinden sich, unterziehen einander der Prüfung oder geraten in ihren Behauptungen in Widerspruch. 

Wie können malerische Miniaturen ihre feinsinnige Intimität behaupten, wenn man ihnen die Inszenierung an der Wand verwehrt? Wird eine Leinwand schon zu Architektur, wenn sie mehr als doppelt so groß ist wie der Raum, in den hinein sie gezwungen wurde? Der Bruch mit tradierten Begriffen und Erwartungen bringt die ein oder andere herkömmliche Annahme ins Stolpern – wie ein vergessener Grenzstein, an dem man sich im hohen Gras den Fuß stößt: Da kann es geschehen, dass selbst interessiertes Kunstvereinspublikum eine Arbeit völlig übersieht, oder Personal – in bester Fluxustradition – eine Installation versehentlich abbaut. 

Der Kunstkreis Versmold hat einige der Künstlerinnen und Künstler bereits in Einzel- und Gruppenausstellungen in den Ausstellungsraum eingeladen, “Good Neighbours” zeigt jedoch die Ateliergemeinschaft DaunTown zum ersten Mal bewusst als Kollektiv – damit wird das gemeinsame Arbeiten und Ausstellen selbst zum künstlerischen Modus, und die Gruppenschau mehr als nur die Summe ihrer Teile, die allein schon ein Universum an Auseinandersetzung verlangen würden: 

Jörg Spätigs malerische Eleganz, die über die Intimität des Kleinformats und die politische Dimension von Pornografie als Bildform reflektiert. 

Wolfgang Meluhns leidenschaftlicher Umgang mit Farbe und Format, in dem der Künstler selbst sich bewegen muss wie in einem Boxring, in dem das Malen zur heroischen Geste wird. 

Beate Freier-Bongartz zeichnerischer Minimalismus, deren konzeptueller Umgang mit den biografischen Bewegungen von Ausstellungsbesuchern in formaler Strenge aufgeht. 

Anni Fischers gehäkelte Kupferdrahtformen, die ihre historischen Wegbereiterinnen gleichermaßen würdigen wie aktualisieren, und ihre Fragestellungen in der Gegenwart fortführen. 

Marvin Knopfs Ästhetik des postdigital painting, die den Geist des Abstrakten Expressionismus heraufbeschwört und geschmackvoll zeitgemäß neu einkleidet. 

Yasin Wörheides Plastiken, die aus dem Fundus seiner märchenhaften Idiosynkrasien schöpfen, in denen magische Gegenstände ebenso belebt sind wie die eigenartigen Figuren, die seine Bildwelten bevölkern. 

Matthias Poltrocks Objekte erinnern an Meilensteine der Arte Povera, die mit der Theatralik von Gold und opalem Schimmer dem Materialfetisch zuzwinkern. 

Sarah Marie Caroline Dahms übermalte Farbdias aus dem Familienarchiv, die in Urlaubsfoto-Posen die bizarre Albernheit bürgerlicher Chiffren vorführen. 

Susanne Kinskis Collagen von bemerkenswerter Zeitlosigkeit, die Zitate der klassischen Moderne und methodische Analyse derselben zugleich sein können. 

Alexei Eisners Lithographien, deren zweimal gedoppeltes Vierfachmotiv vom havarierten Floß Europa heute genauso zeitgemäß erscheint wie vor über hundert Jahren, als diese Druckform ihre Blütezeit erlebte. 

Dazwischen eine Malerei von mir, in der eine janusgesichtige Figur aus dunklem Grund hervortritt, von unleserlichen Graphemen umgeben wie von unbestimmten Gedanken. 

Das Atelierhaus ist das Rhizom, dessen Wurzeln und Tendrillen durch alle Räume mäandern und so viele unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen, Ideen und Methoden miteinander verbinden. Mit intellektuellem Nährstoff versorgt, wachsen aus ihnen bunt schillernde Fruchtkörper hervor. 

Kunst ist immer Haltung – ob zur Geschichte eines Mediums, zu den Konventionen und Strukturen des Ausstellens, zum politischen und gesellschaftlichen Wert des Kunstschaffens in Kontrast zu seinem Markt – sie ist unweigerlich Spiegel ihrer Zeit. Kunst bezieht Standpunkt, reflektiert die Bedingungen, unter denen sie entsteht oder verhindert wird. Dafür braucht es Raum für Diskurs, Gespräche und Austausch in Atelier, Galerie und Kunstverein. 

Das Ringen um Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, und die ökonomischen Realitäten im ländlichen Raum außerhalb der Metropolen und kulturellen Zentren werfen existenzielle Fragen für Kunstschaffende auf: wenn auf den 12km zwischen Borgholzhausen und Versmold die Art Basel Miami Beach liegt, ist gute Nachbarschaft um so wichtiger. Kunst- und Kulturorte wie DaunTown und die Galerie’ET zeigen: die Nachbarschaft ist vielfältig und die Kunst erstaunlich lebendig. 

GOOD NEIGHBOURS kuratiert von Peter Karpinski und Yasin Wörheide läuft vom 06ten bis zum 29ten Juni 2025 in der Galerie’ET (Kunstkreis Versmold e.V.) Münsterstr. 7, 3775 Versmold, Mi 15-17h, Sa 11h-13h, So 11-13h und 15-17h 

Einblick in den Ausstellungsraum. (Foto: Peter Karpinski)

Der Fahrstuhl war nie für uns gemacht

Die Treppenhausgalerie in Herford zeigt aktuelle Werke von Yasin Wörheide.

Der Titel ist Programm, über vier Etagen erstreckt sich die Ausstellung in dem historischen Jugendstil-Treppenhaus. Wörheide zeigt dort neue großformatige Malerei, ergänzt durch Objekte.

In seiner Kunst befasst er sich mit gesellschaftlichen Phänomen im Jetzt. So  hinterfragen seine Arbeiten unser Leben unter Einbeziehung der Aspekte von Realität, Digitalität und Spiritualität.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. August 2025 zu sehen.
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 10 – 18 Uhr, Sa. 10 – 13 Uhr
Treppenhausgalerie, Elsbach-Haus, Goebenstr. 3-7, Herford


Masken von Yasin Wörheide.


Aus der Serie Intrinsisches Fenster „Hängende Gärten“ Malerei von Yasin Wörheide.


Malerei „bestelltes Land“ und ein Keramik-Objekt aus der Serie „Zahnarztklampfen“.


Yasin Wörheide bei der Eröffnung im Gespräch mit einem Besucher.


Aktuelle Malerei von Yasin Wörheide.

Mehr Arbeiten von Yasin Wörheide

Neue Impulse

Nach seinem Atelier-Stipendium avanciert Yasin Wörheide nun zum festen Mitglied der Ateliergemeinschaft. Möglich wurde dies durch einen Wechsel innerhalb der acht festen Atelierplätze in DaunTown.

Die Arbeitsweise von Wörheide ist genreübergreifend und setzt somit viele neue Impulse im Arbeitsspektrum der Künstler. Yasin Wörheide ist Kunst pur. Er ist nicht nur als Musiker und Bildender Künstler im Ausstellungsbereich tätig, er entwirft auch Bühnenbilder für verschiedene Theater, so aktuell  das Bühnenbild für „Host Club“, Bodytalk (Münster, Pumpenhaus Theater).

Die Bandbreite seiner künstlerischen Werke geht von Malerei über Skulptur, Grafik bis zu neuen Medien. Auch inhaltlich erweitert er das hausinterne Diskussionsforum mit neuen Gedanken zur aktuellen Kunst, aber auch zu gesellschaftlichen Phänomen unserer Zeit. Einmal mehr zeigt sich DaunTown als inspirierender Ort für Künstler und geladene Gäste.


Malerei von Yasin Wörheide „bunter Hund“, 150 x 180 cm.


Aus der Serie „Intrinsisches Fenster“ die Malerei „Der Elefant“, 185 x 200 cm.


Wörheide im neuen Atelier. Foto oben Andre´ Smits, Foto sw Hanna Retz.

Mehr Arbeiten von Yasin Wörheide auf seiner Webseite

converso pollice – der Turm stürzt ein

Am vergangenen Freitag fand die PopUp Ausstellung „converso pollice – der Turm stürzt ein“ in Münster im Gazometer statt. Seit 2021 belebt das gazo-Kollektiv des sozialpalast e.V. das imposante Industriedenkmal mit Kultur und als nicht-kommerziellen Raum für sozialen Austausch und partizipatives Miteinander. Nun soll der Ort bebaut werden…

Drei DaunTown-Künstler waren dabei: Wolfgang Meluhn, Jörg Spätig und  Yasin Wörheide. Zu sehen waren außerdem Skulpturen, Malerei, Fotografie und Performances von Bastian Buddenbrook, Ronja Eiselt, Finn Froböse, Simon Leibbrand, Irina Martyshkova, Steffen Mischke,  David Rauer, Micael Goncalves Ribeiro und Agnes Zimmermann.

Zum Abschluss gabs Konzerte von „Crashing Airplanes“ und „Bungalow“.


Foto: Thorsten K. Werner


Die 20 x 12 Meter große Malerei „Pool“ von Wolfgang Meluhn. Foto: Thorsten K. Werner


Foto: Thorsten K. Werner


Publikum am „Beckenrand“.


Skulpturen von Jörg Spätig.


Neue Arbeiten von Jörg Spätig.


Jörg Spätig Skulptur.

Malerei von Yasin Wörheide über den Graffitis am Gasometer. Foto: Agnes Zimmermann


Vier Meter Malerei auf Leinwand von Yasin Wörheide. Foto: Agnes Zimmermann


Malerei Yasin Wörheide.


Konzert der „Crashing Airplanes“.

Transformation – Panta rhei

Transformation ist die letzte von drei Jubiläumsausstellungen zum 100. Geburtstag der Räumlichkeiten des Künstlerhauses Dortmund. Das Gebäude wurde 1924 als Waschkaue und Betriebsgebäude für Schacht Westphalia erbaut und seit 41 Jahren beherbergt es Kunst und Ateliers.

Acht zeitgenössische Künstler stellen Werke zum Thema Transformation – Panta rhei aus. Zu sehen sind spannende Arbeiten, die auf sehr unterschiedliche Weise das allumfassende sich stetige Weiterentwickeln zeigen.

Zum Beispiel steht bei Irene Pérez Hernández großem Objekt „Wheel Series III“ das Rad als Symbol für Transformation. Zbig Rybczynski zeigt sein Oscar-prämiertes Video, ein surrealistischer Tango der Entfremdung von sechsunddreißig Menschen in einem Raum und die RaumZeitPiraten fordern den Besucher mit ihrer KI-Installation zu Interaktivität auf.

Auch Yasin Wörheide ist mit seinen neusten Skulpturen und Objekten in der Ausstellung vertreten. Seine Werke reflektieren zeitgenössische Lebensrealitäten. Ausgangspunkt hierfür sind drei Säulen: Realität, Digitalität und Spiritualität. Seine umgedeuteten Alltagsgegenstände treten mit Witz und Tiefgründigkeit auf die Bühne der Kunst.

Mehr Infos zur Ausstellung Künstlerhaus Dortmund.

Zusehen ist die Ausstellung noch bis zum 7. Juli 2024
Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1,  44147 Dortmund


Yasin Wörheide (rechts) im Gespräch in mitten seiner Werke, zu sehen in der aktuellen Ausstellung im Künstlerhaus Dortmund.