Die Schaumgeborenen

Werke aus der neuen Skulpturen-Serie von Jörg Spätig werden zur Zeit gleich an mehreren Orten präsentiert, nicht nur der Kunstverein „Kunst im Turm“, Lippstadt zeigt Arbeiten aus dieser Reihe, auch im Avantgarten in DaunTown sind Werke zu sehen.

Spätig, der in der Kunstwelt für seine surreale Sicht bekannt ist, überrascht mit einer neuen Wendung. Naturbeobachtungen verschmelzen mit fragmenthaften Formen zu den „Schaumgeborenen“. Die zweite Werkreihe „Paradekissen“ ist in der Formsprache noch klarer formuliert.

Die Figuren kommen laut und aufmüpfig farbenfroh daher. Wie schon in der Vergangenheit experimentiert Spätig mit Farbigkeit im Skulpturalen. Er lenkt so den Blick der Betrachten auf Teilaspekte des Ganzen und verleiht den Werken malerische Aspekte.

Dennoch, der Schein trügt, auch in diesen Werken gibt es keine eindeutige Interpretation. Meinen die Betrachteten von einer Seite einen Frosch zu sehen, zeigt die Rückseite ein ganz anderes Bild. 

Die neuen Arbeiten von Jörg Spätig bieten ein Spiel mit der Frage nach Wahrheit. Was ist real, was Fiktion und wann ist eine Form schön? Ist alles nur abhängig von einer ästhetischen Konvention, auf die wir uns geeinigt haben?


Die neue Werkreihe von Jörg Spätig.


„Schaumgeborene“ von Jörg Spätig.


Aus der Serie „Paradekissen“ von Jörg Spätig.


Eines der Werke, die im „Kunst im Turm“, Lippstadt gezeigt werden.

Aktuelle Arbeiten von Jörg Spätig noch bis zum 18.11.2026 im Kunst im Turm, Lippstadt, Von-Tresckow-Straße 31

Neue Blickwinkel

Neue Blickachsen auf die Landschaft bietet die Skulptur „Sechs Seiten“ im Avantgarden, dem Skulpturen-Garten in DaunTown.

Der offene Würfel steht im Wasser und ist für Besucher über einen Steg erreichbar. Er fordert die Betrachtenden dazu auf, spielerisch neue Einblicke, Durchblicke und Aussichten zu entdecken. Manchmal braucht es einen Rahmen, um Bekanntes anders wahrzunehmen…

Friedrich-Wilhelm Schröder entwarf die Holzkonstruktion als Baukastensystem, aus dem sich vielfältige Formen in unterschiedlichen Größen bauen lassen. Für DaunTown entschied er sich für die Würfelvariante, denn die kompakte Form mit formaler Strenge bildet einen besonders starken Kontrast zur Natur.


Das Werk „Sechs Seiten“ von Friedrich-Wilhelm Schröder im Avantgarten.


Ein Bilderrahmen für die Natur.


Besuchende des Avantgarten können ihre eigenen Naturausschnitte entdecken.


Der 2,75 m große Würfel eröffnet viele Sichtachsen.


Aufbau des Würfels.

Alle Skulpturen im Avantgarten, dem Skulpturen-Garten von DaunTown.

Garden of Fiery Delights

Die amerikanische Künstlerin Coral Penelope Lambert war vor einiger Zeit in DaunTown zu Gast, um an Ihren Skulpturen zu arbeiten. Nun sind zwei Werke im Avantgarten aufgestellt.

Lambert ist eine international agierende Künstlerin, die prozessorientierte, ortsspezifische Skulpturen für den öffentlichen Raum schafft.

Ihre Arbeiten feiern das Staunen über die Natur und deren Erhabenheit. Diese Bewunderung findet sich auch im Entstehungsprozess der Skulpturen. Sie nutzt für ihre Arbeit Prozesse, die denen in der Natur ähneln, etwa Erhitzung, Abkühlung oder Oxidation. Lambert verbindet die uralte Technik des Eisengusses mit neuen Ideen. Ihr Hintergrund als Stahlbildhauerin und Metallgießerin fließt unmittelbar in ihre künstlerische Arbeit ein.

Als Professorin für Bildhauerei an der Alfred University (New York) gibt sie ihr Wissen weiter und leitet das „National Casting Center Foundry“ eine Gießerei-Anlage für Bildhauerei.


Die Arbeit „Garden of Fiery Delights“ ist während einer Performance im Industriemuseum Brandenburg an der Havel 2022 entstanden.


„Boobelisk“ von Coral Penelope Lambert.


Coral Penelope Lambert in der Werkstatt der DaunTown-Ateliers.

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Alle Skulpturen im Avantgarten, dem Skulpturen-Garten von DaunTown

Zwischen all dem Grün…

Neu im Avantgarten – Marvin Knopf hat seine Skulpturen so weiterentwickelt, dass sie nun auch für den Außenbereich geeignet sind.

Der Künstler fertigt die Figuren mit der Technik der verlorenen Form aus Polyurethan-Gießschaum. Die Plastiken orientieren sich an Formen der menschlichen Bewegung, sie recken sich empor, kauern, fallen in sich zusammen. So erklärt sich auch der Titel „Aufstrebender“.

Im Garten fällt die Skulptur umgeben von all dem Grün, schon von weitem auf. Knopf bearbeitet die Oberfläche seiner Formen mit Strukturen aus Farbe, Zeichnungen und Papierfetzen und schafft somit eine Nähe zu seiner Malerei.


Neu im Avantgarten, dem Skulpturen-Garten in DaunTown, „Aufstrebender“ von Marvin Knopf. (Foto: Michael Wöstheinrich)


(Foto: Michael Wöstheinrich)


Entstehungsprozess der Skulptur.


Letzter Arbeitsschritt, die Lackierung, damit ist die Skulptur wettertauglich.

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Ein neues Portal für den Avantgarten

Speziell für den Eingang des Avantgartens, den Skulpturen-Garten in DaunTown, entwickelten die Berliner Bildhauerin Susanne Roewer und Jörg Spätig gemeinsam die Idee zu einer Skulptur.

„Portal DaunTown – von guten Geistern und schröcklichen Göttern“, ist der Titel des Werks, das nun einen der Eingänge bewacht. Zur feierlichen Enthüllung wurde der Garten zum Teil umgestaltet und durch weitere Skulpturen ergänzt.

Über ein Jahr Arbeit mit vielen Material-Experimenten, Gesprächen zwischen Berlin und Borgholzhausen, Probeformen, Verwerfungen und neuen Intuitionen steckt in diesem Werk. Die Ausführung hier vor Ort brachte weitere Impulse. „Du kannst dem Material nicht deinen Willen aufzwingen, du musst mit ihm arbeiten und die entstandenen „Fehler“ als Gestaltungschance wahrnehmen“, so Spätig.

Entstanden ist eine große Skulptur, die Aufmerksamkeit fordert. Zeitgenössisch und dennoch werden Erinnerungen an prunkvoll gestaltete Eingänge alter Gebäude, Kirchen und Tore wach. Während der Romanik und Gotik galten Tierfiguren als Schutz vor bösen Geistern.


Susanne Roewer und Jörg Spätig in DaunTown bei den Arbeiten an der Skulptur.


Details Innen und Außen: Eine der Tierfiguren im Innenraum der Skulptur.

„Portal DaunTown – von guten Geistern und schröcklichen Göttern“ von Susanne Roewer und Jörg Spätig.

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WHERE THE FOX LIVES

Der Fuchs lebt ursprünglich verborgen in unterirdischen Bauten abseits menschlicher Siedlungen, nähert sich jedoch zunehmend urbanen Räumen an und bleibt dabei für viele Menschen dennoch kaum sichtbar. Diese Ambivalenz aus Nähe und Verborgenheit bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung ,,Where the Fox Lives“ in der skulptur-galerie Osnabrück.

Gezeigt werden erstmals dreidimensionale Arbeiten aller neun Künstler:innen der Ateliergemeinschaft DaunTown, die in einer ehemaligen Daunenfabrik am Rand des Teutoburger Waldes arbeiten. Die Ausstellung eröffnet einen Überblick über die unterschiedlichen künstlerischen Positionen.

Kuriert wurde die Ausstellung von Alexej Eisner und Marius Kolkmeyer. Sie zeigen mit dieser Ausstellung neue Ein-, Aus- und Durchblicke auf die Werke von Sarah Marie Caroline Dahm, AnnieLuu Fischer, Beate Freier-Bongaertz, Michael Holtgrewe, Marvin Knopf, Wolfgang Meluhn, Matthias Poltrock, Jörg Spätig und Yasin Wörheide.

5.6. bis 11.7.2026
skulptur-galerie Osnabrück, Bierstr. 2
Öffnungszeiten: Mi–Fr 15–18 Uhr und Sa 11–16 Uhr


Die Ausstellung zeigt neue Ein-, Aus- und Durchblicke, die überraschen.

Work

Die Skulptur „Work“ von Garvin Nolte symbolisiert die üblicherweise nicht sichtbaren Arbeitsschritte im Schaffensprozess eines Künstlers.

Wie ein Romanautor, der seitenweise Geschriebenes am Ende des Arbeitstages wieder verwirft, um am nächsten Tag von vorne zu beginnen, agiert hier auch der Bildende Künstler.

Auslöser für dieses Werk war der Konflikt mit dem Umstand, dass künstlerische Schaffensprozesse sich oft über einen langen Zeitraum hinziehen, dabei scheinbar ohne sichtbares Ergebnis. Und doch ist genau diese Zeit des Auslotens, Scheitern und Neuanfangen entscheidend, um am Ende zu einem überzeugenden Werk zu gelangen.

Die Zwischenschritte im eigenen Schaffensprozess dokumentierte Nolte durch das Sammeln alter Schreibmaschinen, jedes Objekt steht für einen Arbeitsschritt, der verworfen wurde, ist ein Platzhalter eines Zeitabschnitts.

Garvin Noltes Arbeit ist im Avantgarten, dem Skulpturengarten von DaunTown zu sehen. Dort sind Werke von bisher 25 Künstlerinnen und Künstlern präsentiert. Die Übersicht aller Arbeiten liefert die Internetseite Avantgarten.eu

 


Das Werk „Work“ von Garvin Nolte im Avantgarten in DaunTown.

Roter Schwan

Yasin Wörheide beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem, was nach der Digital-Euphorie bleibt: Geister in Maschinen, Götter in Geräten, Mythen in den Ruinen des Fortschritts. Seine Werke fragen nach dem, was den Menschen ausmacht – in einer Welt, die ihn ständig neu definiert.

Zwei seiner Werke sind aktuell in der skulptur-galerie Osnabrück zu sehen, die mit »3D’25« ihre Ausstellungsreihe fortsetzt. Die präsentierten Arbeiten von 16 Künstlerinnen und Künstlern dokumentieren eine Vielfalt an Materialien, Techniken und Themen und geben einen Einblick in die aktuelle, dreidimensional arbeitende Kunstszene der Region Osnabrück.

Artist Talk Freitag, 12. Dezember um 19 Uhr.
Die Ausstellung ist bis zum 17.1.2026 zu sehen.
skulptur-galerie, Bierstraße 2, Osnabrück


„roter Schwan“ Yasin Wörheide zu seiner Skulptur: „Ein ausgedienter Rechner erhebt sich als roter Schwan – Sinnbild für Verwandlung, Erinnerung und die poetische Rückeroberung des Zwecklosen.“


„Herr Kobold“ Wörheides Kommentar zur Figur: „gebrannt, gebrochen, rebootet – der Kobold kennt keinen Ruhemodus.“ (Fotos: Hanna Retz)

Mehr Arbeiten von Yasin Wörheide hier

Wind-Kraft

Der lettische Bildhauer Mārtiņš Pundurs hinterlässt seine künstlerischen Spuren in DaunTown. Er war neun Tage zu Gast im HUBSA, der sozialen Skulptur von André Smits, in der internationale Künstler als Artist in Residenz wohnen können.

Der Kontakt zu lettischen Künstlern hat in DaunTown Tradition, bereits vier mal wurden Symposien mit lettischen und deutschen Künstlern veranstaltet.

Es ist die Landschaft, die Mārtiņš Pundurs inspiriert. Sie ist Ausgangspunkt für seine meist kleinen Skulpturen.

In Borgholzhausen entdeckte er viele Ähnlichkeiten zu seiner Heimatstadt Cesis: Landschaftlich, historisch (vergleichbares wie die Varusschlacht gab es auch in seiner Region) und baulich (beide Städte sind kleine mittelalterliche Orte mit Burgruine). Künstlerisch entschied er sich allerdings für eine aktuelle Gemeinsamkeit, der Diskussion um die Windräder. Prägend für die Landschaft und formgebend für seine Skulptur.

Für den Avantgarten fertigte Mārtiņš Pundurs eine große Skulptur, ein Spiel mit Form und Material, in dem sich alle vorausgegangenen Überlegungen wiederfinden lassen. Sperrigkeit und Ironie prägen dieses Kunstwerk. An der Rückseite ist eine Türöffnung für eine kleine Feuerstelle eingearbeitet.


Der lettische Bildhauer Mārtiņš Pundurs bei der Arbeit an seiner Skulptur im Atelier von Jörg Spätig in DaunTown.

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu

Betonbaukasten

Die Gartensaison ist eröffnet! Passend mit dem schönen Wetter zieht ein neues künstlerisches Werk in den Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown, ein.

Jasper Tiemeyer, Maler und Bildhauer, war im vergangen Jahr als Atelierstipendiat in DaunTown. Umso mehr freuen wir uns, nun seine Arbeit im Garten präsentieren zu können. Vier Arbeiten aus der Reihe „Betonbaukasten“ sind ab jetzt zu sehen.

Tiemeyer zu seiner Arbeitsweise: „Die Bearbeitung des formbaren Ausgangsmaterials Ton erzeugt Spuren eines körperlichen Arbeitsprozesses. Einzelne Module entstehen aus Wiederholungen derselben Gesten, deren Fragmente konserviert und neu zusammengesetzt werden. In der Betongussform verdichten sich diese Fragmente zu Körpern.

Die Skulpturen verstehen sich als Weiterführung: bereits benutzte Tonstücke tauchen erneut auf, werden überarbeitet, erweitert, fragmentiert. So entsteht ein Baukasten aus Teilen, deren Formen nie abgeschlossen sind. Jeder Guss wird zum Archiv eines Prozesses, dessen Spuren im Material weiterleben.“


Jasper Tiemeyer installiert sein Werk „Betonbaukasten“ im
Avantgarten in DaunTown.


Jasper Tiemeyer ist für seine amorphen Betonskulpturen bekannt.


Eine Arbeit aus der Reihe „Betonbaukasten“ von Jasper Tiemeyer.

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu