Zwischen mir ein Ozean

Mit poetischen Bildtiteln wie diesem entführt Sarah Marie Caroline Dahm die Besuchenden der aktuellen Ausstellung im Kunstverein Kreis Gütersloh in ihre Welt der Malerei.

Die Künstlerin hält in intuitiver, ungegenständlicher Malerei ihre Stimmungen fest. Flüchtige Momente, eine Ansammlung von Gefühlen transformiert in sphärische Farbwolken. Erreicht wird dies durch unzählige Überlagerungen von Farben. Die Malerei scheint die Betrachtenden in ihre Farbtiefen hineinzuziehen. Die Rezipienten beginnen über eigene Emotionen zu reflektieren. Dahm versteht ihre Werke als Resonanzräume zwischen persönlicher Gefühlsintensität und kollektiver Wahrnehmung.

Die Ausstellung „derzeit“ zeigt Arbeiten von Sarah Marie Caroline Dahm und Petra Lüning bis zum 6.12.2026
Kunstverein Kreis Gütersloh
Am Alten Kirchplatz 2, 33330 Gütersloh, Öffnungszeiten: Fr, Sa, So 13 – 19 Uhr.
www.kunstverein-gt.de


Ausstellungsansicht Arbeiten von Sarah Marie Caroline Dahm im Kunstverein Kreis Gütersloh.


„Zwischen mir ein Ozean“ Malerei von Sarah Marie Caroline Dahm.

Mehr Arbeiten von Sarah Marie Caroline Dahm

Die Schaumgeborenen

Werke aus der neuen Skulpturen-Serie von Jörg Spätig werden zur Zeit gleich an mehreren Orten präsentiert, nicht nur der Kunstverein „Kunst im Turm“, Lippstadt zeigt Arbeiten aus dieser Reihe, auch im Avantgarten in DaunTown sind Werke zu sehen.

Spätig, der in der Kunstwelt für seine surreale Sicht bekannt ist, überrascht mit einer neuen Wendung. Naturbeobachtungen verschmelzen mit fragmenthaften Formen zu den „Schaumgeborenen“. Die zweite Werkreihe „Paradekissen“ ist in der Formsprache noch klarer formuliert.

Die Figuren kommen laut und aufmüpfig farbenfroh daher. Wie schon in der Vergangenheit experimentiert Spätig mit Farbigkeit im Skulpturalen. Er lenkt so den Blick der Betrachten auf Teilaspekte des Ganzen und verleiht den Werken malerische Aspekte.

Dennoch, der Schein trügt, auch in diesen Werken gibt es keine eindeutige Interpretation. Meinen die Betrachteten von einer Seite einen Frosch zu sehen, zeigt die Rückseite ein ganz anderes Bild. 

Die neuen Arbeiten von Jörg Spätig bieten ein Spiel mit der Frage nach Wahrheit. Was ist real, was Fiktion und wann ist eine Form schön? Ist alles nur abhängig von einer ästhetischen Konvention, auf die wir uns geeinigt haben?


Die neue Werkreihe von Jörg Spätig.


„Schaumgeborene“ von Jörg Spätig.


Aus der Serie „Paradekissen“ von Jörg Spätig.


Eines der Werke, die im „Kunst im Turm“, Lippstadt gezeigt werden.

Aktuelle Arbeiten von Jörg Spätig noch bis zum 18.11.2026 im Kunst im Turm, Lippstadt, Von-Tresckow-Straße 31

57km349°NNW

Als Auftakt zu neuen gemeinsamen Projekten ist jetzt eine Ausstellung im Kunstverein „Kunst im Turm“ in Lippstadt mit allen DaunTown-Künstlern eröffnet worden. Der Titel „57km349°NNW“ beschreibt die geografische Distanz beider Orte, die mit ihrem seit Jahren geführten Kunstdiskurs diese Distanz in eine Nähe transformieren.

Im Dialog geht es nicht nur um Fragestellungen zur aktuelle Kunst und einzelnen künstlerischen Positionen. Ein Anliegen aller Beteiligten ist es, Kunst in der Region sichtbar zu machen. Hierzu trägt auch das internationale Netzwerk von DaunTown bei. Der Austausch soll nun intensiviert werden, so ist auch ein Besuch der DaunTown-Ateliers mit Kunstgesprächen geplant.

Die Ausstellung „57km349°NNW“ gibt einen kleinen Überblick über das vielfältige künstlerische Schaffen der zehn Künstler und Künstlerinnen plus zwei Stipendiaten. Das Spektrum reicht von Malerei, Malerei mit Keramik-Assemblage über Foto, Objekte, Skulptur bis hin zu Tapisserie. Die beteiligten Künstler sind: Sarah Marie Caroline Dahm, AnnieLuu Fischer, Beate Freier-Bongaertz, Michael Holtgrewe, Peter Karpinski, Susanne Kinski, Marvin Knopf, Alexandra Malobrodski, Wolfgang Meluhn, Matthias Poltrock, Jörg Spätig, Yasin Wörheide.

Bis zum 18.11.2026 ist die Ausstellung zu sehen:
Kunst im Turm, Lippstadt, Von-Tresckow-Straße 31

Hier ein kleiner Ausschnitt der umfangreichen Ausstellung. Wir wünschen Ihnen interessante eigene Dialoge mit den Werken vor Ort.


Dirk Skowronski vom „Kunst im Turm“ bei der Eröffnung. (Foto: Alexandra Malobrodski)

Nahtstellen

„Die Ausstellung „Nahtstellen“ widmet sich zeitgenössischen textilen Arbeiten und begreift dieses Medium als eigenständige künstlerische Sprache. Lange Zeit als dekorative Handarbeit verstanden, erfährt das Medium heute eine deutliche Neubewertung. Textile Werke behandeln
drängende Fragen zu Identität, Care-Arbeit, Erinnerung und Konsum.“, so der einleitende Text zur Gemeinschaftsausstellung der skulptur galerie Osnabrück  und dem BBK KunstQuartier.

Insgesamt acht Künstler und Künstlerinnen zeigen vielfältige textile Werke. Auch Michael Holtgrewe ist mit seinen aktuellen Arbeiten in dieser Schau dabei.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 10.10. bis zum 14.11.2026 in der skulptur galerie Osnabrück, Bierstr. 1 und dem BBK KunstQuartier, Bierstr. 33 Osnabrück


Tapisserie: Aktuelle Werke von Michael Holtgrewe.

Verwandelte Räume III

Dieses mal bespielen die „Verwandelten Räume“ einen Ladenleerstand in der Herforder Innenstadt. Auch hier inszenieren sieben Künstlerinnen und Künstler einen Raum in nur fünf Tagen zum Gesamtkunstwerk.

Für die kollektive Entwicklungsarbeit ist der Raum selbst Impulsgeber für die Ideen der Künstler. So entstand eine künstlerische Arbeit, die bildhaft neue Welten entdecken lässt, kombiniert mit vertrauten Sounds aus Natur, Stadtgeräuschen und Musik.

Für fünf Tage sind Besucher eigeladen,sich von den Eindrücken inspirieren zu lassen und sich selber einzubringen. Interaktiv können Werke verändert oder ergänzt werden.

Die Künstler sind die ganze Zeit vor Ort und agieren performativ: Marcus Beuter (Klangkünstler), Beate Freier-Bongaertz (Künstlerin), Ivo Tödtmann (Filmemacher), Alexander Lauterbach (Filmemacher), Enrico Gomig (Filmemacher), Susanne Schulz (Musikerin), Willem Schulz (Musiker). Als Gastkünstler sind Werke von Barbara Daiber und Jörg Spätig ausgestellt.

„Verwandelte Räume“ ist eine Raumintervention und Teil eines 3-jährigen Kunstprojekts der Cooperativa Neue Musik mit dem Filmhaus Bielefeld, der HSBI FB Gestaltung und dem Künstlerkollektiv DaunTown.

Gefördert wir das Kunstprojekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der LWL Kulturstiftung.

Verwandelte Räume III – Multimedia Inszenierung
Brüderstraße 34, Herford
23.-27.9.2026 / täglich 12 – 22 Uhr

Quellcode

„Bevor der Mensch die Welt versteht, deutet er sie. Er erkennt Gesichter im Stein, Götter im Donner und Hoffnung in Symbolen. Nichts besitzt Bedeutung aus sich selbst. Bedeutung entsteht dort, wo der Mensch beginnt, Materie mit Erinnerung, Glauben und Vorstellung aufzuladen.

Jede Kultur entwickelt so ihren eigenen Quellcode – ein unsichtbares Interpretationssystem, das bestimmt, wie Wirklichkeit gelesen wird. Dieser Code verändert sich mit jeder Epoche. Er verschwindet nicht. Er schreibt sich fort. Jede Wirklichkeit ist ein Fenster. Entscheidend ist nicht, was wir sehen – sondern wodurch wir sehen.“ So die Gedanken von Yasin Wörheide, der gerade für seine Arbeiten mit dem Kulturpreis 2026 der Freimaurerloge Herford ausgezeichnet wurde.

Zu sehen sind seine Werke aktuell in einer Soloausstellung in der Galerie Bel Étage in Gütersloh. Keramiken, Objekte, groß- und kleinformatige Malerei und sogar ein Skizzenbuch, laden die Betrachtenden ein, den Spuren, die der Künstler mit seinen Werken gelegt hat, zu folgen und den Code zu entschlüsseln.

Galerie Bel Ètage / Buchhandlung Markus, Münsterstraße 3, 33330 Gütersloh, Öffnungszeiten: 
Do., Fr. 10-18 Uhr, Sa., 10-16 Uhr
Die Ausstellung ist noch bis zum 24.10.2026 geöffnet.


Detail aus dem Werk „Iphone Triptychon 3, 4, 5“.


„Geburt der Basilisken“ von Yasin Wörheide.


Einblick in die Ausstellung in der Bel Ètage. (Alle Fotos von Hanna Retz)

Mehr Arbeiten von Yasin Wörheide

Verwandelte Räume II

Sieben Künstlerinnen und Künstler inszenieren zwei Räume im ehemaligen Hotel Meyer in Borgholzhausen zu einem einzigartigen Kunstwerk. Besucher können das seit acht Jahren geschlossene Hotel fünf Tage lang neu erleben.

Nach kollektiver Entwicklungsarbeit wurde der Ort zum Gesamtkunstwerk. Fast alle Arbeiten sind in fünf Tagen und Nächten vor Ort entstanden und interpretieren die Idee von Hotel, Ort zum Verweilen, Träumen, Fernweh und Zuhause sein neu.

Das Publikum bewegt sich mitten im Geschehen, kann sich einfangen lassen von der Atmosphäre, den bewegten Bildern folgen oder den Klängen und gesprochenen Texten lauschen. Es ist ein Kunsterlebnis für alle Sinne.

Künstlerische Objekte, Musik und Klanginstallation, Sprache, Fotografie, Filmprojektion und digital art greifen experimentell ineinander und erzeugen so ein sich permanent änderndes Gesamtkunstwerk. Die Künstler sind die ganze Zeit vor Ort und agieren performativ: Martina Barz (Skulptur, Objekt), Marcus Beuter (Klangkunst), Robin Epkenhans (Filmemacher), Daniel Geweke (Video Art), Katharina Koenig (Akkordeon), Alexandra Malobrodski (Fotografie) und Edith Murasova (Mezzo-Sopran und Text).

„Verwandelte Räume“ ist eine Raumintervention und Teil eines 3-jährigen Kunstprojekts der Cooperativa Neue Musik mit dem Filmhaus Bielefeld, der HSBI FB Gestaltung und dem Künstlerkollektiv DaunTown. Ein Dank gilt auch dem Kulturverein Borgholzhausen für die Raumvermittlung.

Gefördert wir das Kunstprojekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der LWL Kulturstiftung.

Verwandelte Räume II – Multimedia Inszenierung
Hotel Meyer – Freistraße 9, Borgholzhausen
26.-30.8.2026 / täglich 12 – 21 Uhr


Das ehemalige Hotel Meyer als Thema der künstlerischen Intervention.


Eine Entdeckungstour fürs Auge.


Ein Kunsterlebnis, daß sich nur vor Ort erschließt, denn Akustik und bewegte Bilder sind ein entscheidender Ausstellungsfaktor.

Playa blanca

„Playa blanca“ ist der Titel des ersten gemeinsamen Werks der Künstler Marvin Knopf und Michael Holtgrewe, aktuell zu sehen in der Ausstellung „bittersweet“.

Marvin Knopf ist bekannt für seine Keramiken und abstrakte großformatige Malerei. Michael Holtgrewe hingegen bewegt sich mit seiner Kunst im Bereich der Tapisserie. Beide Künstler betreiben Studios in den DaunTown-Ateliers und diese räumliche Nähe trägt jetzt künstlerische Früchte.

Die ersten Gemeinschaftswerke der Künstler sind spannungsreich, überraschend und fordern zur visuellen Entdeckertour auf. Malerei wird hier kombiniert mit Teppichknüpftechnik und verleiht den Arbeiten dadurch eine reliefartige Struktur. So entsteht nicht nur ein Spiel mit Linie und Fläche, sondern auch mit hard und weich, flach und dreidimensional.

Sowohl im grossen als auch im kleinen Format eröffnen sich hier ungewöhnliche Bildwerke, die neugierig auf mehr machen. Wir dürfen gespannt sein, welche Werke dieses Künstler-Duo uns noch präsentieren wird.

Die Pop-up-Ausstellungsreihe „vanished“ feiert mit „bittersweet“ ihre 10. Ausgabe, zu sehen noch bis zum 29.8.2026 im Kunstraum Hase29 in Osnabrück.


Einblick in die Ausstellung, zwei Gemeinschaftswerke von Marvin Knopf und Michael Holtgrewe.


Gemeinschaftswerk von Marvin Knopf und Michael Holtgrewe, Titel „Playa blanca“


Das Künstler-Dou Michael Holtgrewe und Marvin Knopf bei der gemeinsamen Arbeit in ihrem Atelier.

WHERE THE FOX LIVES

Der Fuchs lebt ursprünglich verborgen in unterirdischen Bauten abseits menschlicher Siedlungen, nähert sich jedoch zunehmend urbanen Räumen an und bleibt dabei für viele Menschen dennoch kaum sichtbar. Diese Ambivalenz aus Nähe und Verborgenheit bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung ,,Where the Fox Lives“ in der skulptur-galerie Osnabrück.

Gezeigt werden erstmals dreidimensionale Arbeiten aller neun Künstler:innen der Ateliergemeinschaft DaunTown, die in einer ehemaligen Daunenfabrik am Rand des Teutoburger Waldes arbeiten. Die Ausstellung eröffnet einen Überblick über die unterschiedlichen künstlerischen Positionen.

Kuriert wurde die Ausstellung von Alexej Eisner und Marius Kolkmeyer. Sie zeigen mit dieser Ausstellung neue Ein-, Aus- und Durchblicke auf die Werke von Sarah Marie Caroline Dahm, AnnieLuu Fischer, Beate Freier-Bongaertz, Michael Holtgrewe, Marvin Knopf, Wolfgang Meluhn, Matthias Poltrock, Jörg Spätig und Yasin Wörheide.

5.6. bis 11.7.2026
skulptur-galerie Osnabrück, Bierstr. 2
Öffnungszeiten: Mi–Fr 15–18 Uhr und Sa 11–16 Uhr


Die Ausstellung zeigt neue Ein-, Aus- und Durchblicke, die überraschen.

Topologie

Anläßlich der Langen Nacht Der Kunst fand die Ausstellung „Topologie“ von Beate Freier-Bongaertz im Theater Gütersloh statt.

In diesem Werk setzt die Künstlerin sich mit verschiedenen Sichtweisen der Wegstrecken zwischen Heimat und Zuhause auseinander. Zeichnungen, Screenshots und Videos eröffnen eine vielfältige künstlerische Umsetzung des Themas. Das komplexe Werk enthält autobiografische Arbeiten, fragt aber auch, wie sehen die Bewegungsprofile der Lebenswege von Menschen innerhalb eines Ortes aus?

In ihrer Videoarbeit zeigt die Künstlerin ihre persönliche Wegstrecke einer Autofahrt als ein abstraktes Farbrauschen. Aufgenommen in Echtzeit wird hier die Realität auf Farbe reduziert.

Freier-Bongaertz eröffnet immer wieder neue Aspekte und Umsetzungen der eigenen Wegstrecke. Tägliche Handlungen und Gesehenes werden in unterschiedliche künstlerische Ausdrucksform transformiert. So werden Screenshots von Navi-Grafiken zur Grundlagen von zeichnerischen Kommentaren.

Die künstlerische Arbeit „Migratio“ ist ein Teilaspekt des Gesamtwerks „Topologie“ und geht der Frage nach: wie sehen die Bewegungsprofile der Lebenswege von Menschen innerhalb eines Ortes aus? Grundlage ist eine Deutschlandkarte, überspannt mit Pergamin, auf dem die Lebensstationen der jeweils 35 Befragten pro Stadt linear festgehalten werden. Das Werk „Migratio“ eröffnet einen Blick auf Verborgenes jenseits des „offen Sichtlichen“. Es entstehen Zeichnungen, die eine eigene, nicht planbare Bildästhetik entwickeln.


Stills aus dem Video.


Eine der siebzig Zeichnungen, sie zeigen die Wegstrecke zwischen Heimat und Zuhause der Künstlerin.


Die Linien zeigen die Bewegungsstruktur von Bewohnern aus acht Orten.


Gütersloher wurden nach ihren Lebenswegen befragt. Mehr Infos zu dem Projekt Migratio (Fotos Michael Wöstheinrich)