Neue Blickwinkel

Neue Blickachsen auf die Landschaft bietet die Skulptur „Sechs Seiten“ im Avantgarden, dem Skulpturen-Garten in DaunTown.

Der offene Würfel steht im Wasser und ist für Besucher über einen Steg erreichbar. Er fordert die Betrachtenden dazu auf, spielerisch neue Einblicke, Durchblicke und Aussichten zu entdecken. Manchmal braucht es einen Rahmen, um Bekanntes anders wahrzunehmen…

Friedrich-Wilhelm Schröder entwarf die Holzkonstruktion als Baukastensystem, aus dem sich vielfältige Formen in unterschiedlichen Größen bauen lassen. Für DaunTown entschied er sich für die Würfelvariante, denn die kompakte Form mit formaler Strenge bildet einen besonders starken Kontrast zur Natur.


Das Werk „Sechs Seiten“ von Friedrich-Wilhelm Schröder im Avantgarten.


Ein Bilderrahmen für die Natur.


Besuchende des Avantgarten können ihre eigenen Naturausschnitte entdecken.


Der 2,75 m große Würfel eröffnet viele Sichtachsen.


Aufbau des Würfels.

Alle Skulpturen im Avantgarten, dem Skulpturen-Garten von DaunTown.

Garden of Fiery Delights

Die amerikanische Künstlerin Coral Penelope Lambert war vor einiger Zeit in DaunTown zu Gast, um an Ihren Skulpturen zu arbeiten. Nun sind zwei Werke im Avantgarten aufgestellt.

Lambert ist eine international agierende Künstlerin, die prozessorientierte, ortsspezifische Skulpturen für den öffentlichen Raum schafft.

Ihre Arbeiten feiern das Staunen über die Natur und deren Erhabenheit. Diese Bewunderung findet sich auch im Entstehungsprozess der Skulpturen. Sie nutzt für ihre Arbeit Prozesse, die denen in der Natur ähneln, etwa Erhitzung, Abkühlung oder Oxidation. Lambert verbindet die uralte Technik des Eisengusses mit neuen Ideen. Ihr Hintergrund als Stahlbildhauerin und Metallgießerin fließt unmittelbar in ihre künstlerische Arbeit ein.

Als Professorin für Bildhauerei an der Alfred University (New York) gibt sie ihr Wissen weiter und leitet das „National Casting Center Foundry“ eine Gießerei-Anlage für Bildhauerei.


Die Arbeit „Garden of Fiery Delights“ ist während einer Performance im Industriemuseum Brandenburg an der Havel 2022 entstanden.


„Boobelisk“ von Coral Penelope Lambert.


Coral Penelope Lambert in der Werkstatt der DaunTown-Ateliers.

Mehr Werke von Coral Penelope Lambert
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Zwischen all dem Grün…

Neu im Avantgarten – Marvin Knopf hat seine Skulpturen so weiterentwickelt, dass sie nun auch für den Außenbereich geeignet sind.

Der Künstler fertigt die Figuren mit der Technik der verlorenen Form aus Polyurethan-Gießschaum. Die Plastiken orientieren sich an Formen der menschlichen Bewegung, sie recken sich empor, kauern, fallen in sich zusammen. So erklärt sich auch der Titel „Aufstrebender“.

Im Garten fällt die Skulptur umgeben von all dem Grün, schon von weitem auf. Knopf bearbeitet die Oberfläche seiner Formen mit Strukturen aus Farbe, Zeichnungen und Papierfetzen und schafft somit eine Nähe zu seiner Malerei.


Neu im Avantgarten, dem Skulpturen-Garten in DaunTown, „Aufstrebender“ von Marvin Knopf. (Foto: Michael Wöstheinrich)


(Foto: Michael Wöstheinrich)


Entstehungsprozess der Skulptur.


Letzter Arbeitsschritt, die Lackierung, damit ist die Skulptur wettertauglich.

Mehr Werke von Marvin Knopf
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Ein neues Portal für den Avantgarten

Speziell für den Eingang des Avantgartens, den Skulpturen-Garten in DaunTown, entwickelten die Berliner Bildhauerin Susanne Roewer und Jörg Spätig gemeinsam die Idee zu einer Skulptur.

„Portal DaunTown – von guten Geistern und schröcklichen Göttern“, ist der Titel des Werks, das nun einen der Eingänge bewacht. Zur feierlichen Enthüllung wurde der Garten zum Teil umgestaltet und durch weitere Skulpturen ergänzt.

Über ein Jahr Arbeit mit vielen Material-Experimenten, Gesprächen zwischen Berlin und Borgholzhausen, Probeformen, Verwerfungen und neuen Intuitionen steckt in diesem Werk. Die Ausführung hier vor Ort brachte weitere Impulse. „Du kannst dem Material nicht deinen Willen aufzwingen, du musst mit ihm arbeiten und die entstandenen „Fehler“ als Gestaltungschance wahrnehmen“, so Spätig.

Entstanden ist eine große Skulptur, die Aufmerksamkeit fordert. Zeitgenössisch und dennoch werden Erinnerungen an prunkvoll gestaltete Eingänge alter Gebäude, Kirchen und Tore wach. Während der Romanik und Gotik galten Tierfiguren als Schutz vor bösen Geistern.


Susanne Roewer und Jörg Spätig in DaunTown bei den Arbeiten an der Skulptur.


Details Innen und Außen: Eine der Tierfiguren im Innenraum der Skulptur.

„Portal DaunTown – von guten Geistern und schröcklichen Göttern“ von Susanne Roewer und Jörg Spätig.

Mehr von Susanne Roewer und Jörg Spätig
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Die Rettung

Achim Zepezauer hat ein neues Kunstwerk für den Avantgarten, den Skulpturengarten in DaunTown, geschaffen.

Der Künstler arbeitet spartenübergreifend, er ist sowohl in der Musik, als auch in der Bildenden Kunst zu Hause. Die Ideen sind maßgeblich für die Wahl seines Arbeitsmaterials, die Umsetzung sind komplexe Werke, in ungewöhnlicher Ästhetik, eine Kunst, an der man nicht einfach vorbeigeht. Seine Ausstellungen sind von Rauminstallationen und Klangobjekten geprägt.

Das Werk „Die Rettung“ bezieht sich auf Arion von Lesbos, der am Hofe von Korinth um 600 v. Chr. ein berühmter Sänger war. Die Legende besagt, dass ihn auf der Rückreise von einem Sangeswettbewerb Seemänner berauben und ins Wasser stoßen wollten. Aber sie erfüllten ihm zuvor den letzten Wunsch, ein Lied zu singen. Von dem Gesang angelockt, kamen Delfine, retteten ihn aus dem Wasser und trugen ihn an Land. 

Achim Zepezauer, auch unter dem Namen Ach Kuhzunft aktiv, sagt: „Musik kann tatsächlich lebensrettend sein, in vielerlei Hinsicht. Kunst und Musik verfolgen die gleichen Ziele, in dem sie Betrachtenden und Zuhörenden (ebenso wie den Kunstschaffenden) neue Perspektiven eröffnen und eine Rettung sein können.“


Achim Zepezauer montiert das Schallplattendach.


Das neue Kunstwerk „Die Rettung“ von Achim Zepezauer am Teich des Avantgarten.


Detailansichten


Bei Wind beginnt das Spiel auf der Klavierharfe. Die Kassetten funktionieren wie Segel als Antrieb für die Bewegung der Metallelemente die über die Saiten gleiten.

Mehr Werke von Achim Zepezauer:
www.fehlerfest.de
www.kuhzunft.com
Alle Kunstwerke im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown:
www.avantgarten.eu

Work

Die Skulptur „Work“ von Garvin Nolte symbolisiert die üblicherweise nicht sichtbaren Arbeitsschritte im Schaffensprozess eines Künstlers.

Wie ein Romanautor, der seitenweise Geschriebenes am Ende des Arbeitstages wieder verwirft, um am nächsten Tag von vorne zu beginnen, agiert hier auch der Bildende Künstler.

Auslöser für dieses Werk war der Konflikt mit dem Umstand, dass künstlerische Schaffensprozesse sich oft über einen langen Zeitraum hinziehen, dabei scheinbar ohne sichtbares Ergebnis. Und doch ist genau diese Zeit des Auslotens, Scheitern und Neuanfangen entscheidend, um am Ende zu einem überzeugenden Werk zu gelangen.

Die Zwischenschritte im eigenen Schaffensprozess dokumentierte Nolte durch das Sammeln alter Schreibmaschinen, jedes Objekt steht für einen Arbeitsschritt, der verworfen wurde, ist ein Platzhalter eines Zeitabschnitts.

Garvin Noltes Arbeit ist im Avantgarten, dem Skulpturengarten von DaunTown zu sehen. Dort sind Werke von bisher 25 Künstlerinnen und Künstlern präsentiert. Die Übersicht aller Arbeiten liefert die Internetseite Avantgarten.eu

 


Das Werk „Work“ von Garvin Nolte im Avantgarten in DaunTown.

Schneezauber im Avantgarten

Der Winter gibt allem ein neues Kleid. So sind auch die Werke im Garten für kurze Zeit anders zu sehen und zu interpretieren.

Der Avantgarten in DaunTown ist ein Kunstprojekt, 2021 von Jörg Spätig ins Leben gerufen. Hier werden regionale und internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, Skulpturen vor Ort für den Garten zu fertigen. Nach nur 4 Jahren sind bereits 23 Künstler mit ihren Werken im Skulpturengarten vertreten.

Auf der Seite www.avantgarten.eu sind alle Werke mit Standort gelistet.
Besucher sind willkommen.


Blick in den Avantgarten. Im Vordergrund eine Arbeit von Aivars Benuzs, im Hintergrund von Jörg Spätig.


Ein Werk von Katrin Lazaruk.


André Smits schuf ein bewohnbares Werk für den Avantgarten, fotografiert von Hanna Retz.


Detail des Werks „Work“ von Garvin Nolte, fotografiert von Hanna Retz.


Mit Schneeakzent, Figur von Jörg Spätig.


Der „Gneis für DaunTown“ von Frank Gillich.


Der Schnee zeigt eine neue Interpretation der Skulptur von Jörg Spätig.


Emil Ambroos setzt mit seiner Skulptur ein Zeichen für seine eigene Zukunftsversion des Avantgarten: „Unterdessen am zukünftigen Strand von Dauntown: Ziegen durchkämmen die Küsten nach Moos und Altmetall, um ihre Schiffe wieder aufzubauen und von nun an wieder durch den Kosmos zu streifen.“


Die Ziegen, für Besucher und Künstler so interessant wie die Skulpturen im Avantgarten in DaunTown. (Foto: Hanna Retz)

Monkey Mind

Die Künstlerin Caro Enax fertigte eine neue plastische Arbeit für den Avantgarten, den Skulpturengarten in Dauntown.

In Caro Enax Werk gehen ihre Zeichnungen und Skulpturen eine Symbiose ein. Der hauchdünne Draht übernimmt die Funktion einer gezeichneten Linie im Raum, die sich zur dreidimensionalen Form verdichtet. So ist Monkey Mind entstanden wie eine Ein-Linien-Zeichnung, ohne den Stift abzusetzen, bestehend aus einem einzigen durchgängigen Draht.

Die Formensprache der Bildhauerin entspringt einer organischen Komplexität, deren Charakter dem Prozess entspricht und nicht planbar ist. „Es ist ein langsames, meditatives Arbeiten, das vom Körper geleitet wird, während der Kopf eher zuschaut. Die Entscheidungen, die während des Arbeitens stetig getroffen werden, scheinen eher dem  Bewegungsgedächtnis der Finger zu entspringen als dem rationalen Bewusstsein. Es gibt keine ehrlichere Begegnung mit sich selbst als in der vollkommenen Hingabe an einen künstlerischen Prozess“, sagt Enax über ihre Arbeit.

So entstand in neun Tagen meditativen Arbeitens ein poetisches Kleinod in Dauntown. Hängend in einem Baum, dem Spiel des Windes freigegeben, zieht es den Betrachter in seinen Bann.


Caro Enax vor dem HUBSA, dem Residenzraum für Gastkünstler.


Die gesamte Skulptur ist aus einem durchgehenden Edelstahldraht mit 0,4mm Durchmesser entstanden.


Caro Enax mit ihrem vollendetem Werk. Deutlich wird hier das Prinzip der Verdichtung zur Mitte hin.


Der ideale Platz für das Werk ist gefunden.


Foto: Hanna Retz


Foto: Hanna Retz


Foto: Hanna Retz

Mehr über Caro Enax: www.caroenax.de
Alle Kunstwerke im Avantgarten

„Nicht jed r“

Im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown, herrscht reges Treiben. Nun hat die niederländische Künstlerin Marja van Putten ihr Werk vollendet.

In ihrem Hauptwerk arbeitet van Putten mit textilem Material. Allerdings nicht als Ausdruck von Weiblichkeit, obwohl ihr bewußt ist, dass Materialien niemals neutral sind.

Sie verwendet Textilien als autonomes Material mit abstrahierenden Möglichkeiten. Ihre malerischen und skulpturalen Werke sind materielle Erforschung dessen, was Textilien in der zeitgenössischen Kunstpraxis sein können, losgelöst von kulturellen Assoziationen oder symbolischer Bedeutung.

Der Satz, den Sie in DaunTown an die Wand schrieb, bezieht sich auf ihre Arbeit in vielfältiger philosophischer Weise.


Marja van Putten arbeitete fünf Tage in DaunTown an ihrem Werk für den Avantgarten.


Foto: Marja van Putten

Mehr Arbeiten von Marja van Putten

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu

Wind-Kraft

Der lettische Bildhauer Mārtiņš Pundurs hinterlässt seine künstlerischen Spuren in DaunTown. Er war neun Tage zu Gast im HUBSA, der sozialen Skulptur von André Smits, in der internationale Künstler als Artist in Residenz wohnen können.

Der Kontakt zu lettischen Künstlern hat in DaunTown Tradition, bereits vier mal wurden Symposien mit lettischen und deutschen Künstlern veranstaltet.

Es ist die Landschaft, die Mārtiņš Pundurs inspiriert. Sie ist Ausgangspunkt für seine meist kleinen Skulpturen.

In Borgholzhausen entdeckte er viele Ähnlichkeiten zu seiner Heimatstadt Cesis: Landschaftlich, historisch (vergleichbares wie die Varusschlacht gab es auch in seiner Region) und baulich (beide Städte sind kleine mittelalterliche Orte mit Burgruine). Künstlerisch entschied er sich allerdings für eine aktuelle Gemeinsamkeit, der Diskussion um die Windräder. Prägend für die Landschaft und formgebend für seine Skulptur.

Für den Avantgarten fertigte Mārtiņš Pundurs eine große Skulptur, ein Spiel mit Form und Material, in dem sich alle vorausgegangenen Überlegungen wiederfinden lassen. Sperrigkeit und Ironie prägen dieses Kunstwerk. An der Rückseite ist eine Türöffnung für eine kleine Feuerstelle eingearbeitet.


Der lettische Bildhauer Mārtiņš Pundurs bei der Arbeit an seiner Skulptur im Atelier von Jörg Spätig in DaunTown.

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu