I am Faith

Der Dänische Künstler Poul R. Weile, ist künstlerisch in verschiedenen Sparten unterwegs. Sein Spektrum reicht von Zeichnung über Collage, Performance und Video bis hin zu Skulptur. So war er nicht nur als Buchkünstler mit dem Berliner RUW! Magazin in DaunTown zu Gast, sondern auch als Bildhauer im HUBSA.

Seine Skulptur „I am Faith“ ist 2022 bei einem Eisengusssymposium in Berlin entstanden. Der Künstler fertigte eine Vorzeichnung in Originalgröße, schnitt sie aus und bildete die Zeichnung im Sand nach. In die ausgehöhlte Form wurde dann das geschmolzene Eisen gegossen. Poul R. Weile hat bewusst auf eine Oberform verzichtet, sodass eine reliefartig Figur entstand.

Die Arbeit gehört zu einer Skulpturenserie von Frauenfiguren. Sie sind alle transparent gehalten. „Du siehst die äußere Form, aber du kannst auch durch die Oberfläche hindurch viel mehr wahrnehmen,“ so Poul R. Weile. „Faith“ ist ein Frauenname und bedeutet Glaube. Für ihn ist dies eine Allegorie: „Als Künstler musst du den Glauben an dich selbst und deine Kunst haben. Ohne Vertrauen, dass es gut wird, kannst du nicht arbeiten. Du musst aufmerksam sein und dich auf den Entstehungsprozess einlasen. Nur im Dialog mit dem Werk entsteht eine gut Arbeit.“


Poul R. Weile zu Gast im HUBSA, ein Objekt von André Smits, in dem Künstler als Artist in Residenz wohnen können.


In der Werkstatt, es gilt das Problem der Montage zur Aufstellung zu lösen. Im Gespräch Poul R. Weile und Jörg Spätig. Im Hintergrund Hannah Becher.


Probeaufstellen der Skulptur im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown.


„I am Faith“, Skulptur von Poul R. Weile

Ausführliche Infos zur Figur und den anderen Skulpturen im Garte: www.avantgarten.eu

Alles über Poul R. Weile: www.prweilestudio.com

Bello

19 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler sind mit ihren Werken im Avantgarten von DaunTown zu entdecken.

Die neuste Arbeit ist von den niederländischen Künstlern Wim Vonk und Marja van Putten. Beide arbeiten eigentlich an eigenen sehr unterschiedlichen Projekten, für den Skulpturen-Garten entwickelten sie jedoch gemeinsam eine Skulptur.

Wim Vonk sammelt Material, das er an der Straße als Sperrmüll findet. In seinem Materiallager wird alles zerlegt und verwendet. Oft werden einzelne Stücke in verschiedenen Ausstellungen in unterschiedlichem Kontext aufgebaut. Auch der Hund wurde mehrfach gezeigt. „Nun die Entscheidung, der Hund muss raus!“

So skurril die Zusammenstellung des Materials bei dieser Skulptur ist, das Formenspiel folgt farblichen Gestaltungsregeln. Die metallenen Elektrotechnikgehäuse des Sockels greifen das Weiß des Hundes auf. Das Innen der leeren Hüllen wird durch farbige Schnüre mit dem Außen verbunden. Dies ist ein deutlicher Verweis auf die sonst übliche Arbeitsweise von Marja van Putten. Sie arbeitet malerisch mit Textilien.

„Bello“, so der Titel der Skulptur, sitzt wie ein Wächter auf der Wiese, humorvoll und gleichzeitig auf die Verschwendung von Produkten und Rohstoffe verweisend.

Wim Vonk brachte noch ein weiteres Werk nach DaunTown mit. Die Idee zu seiner Skulptur „Funghi lavia“ entstand, als er in einem Fluss einen schönen Stein fand, der sich als Plastik entpuppte. Der Baumstamm zeigt Plastik und Natur kommen zusammen. „Dies ist ein großes Problem und es muss eine Lösung gefunden werden,“ so Vonk. 


Der Arbeitsprozess: Wim Vonk und Marja van Putten im Avantgarten.


„Bello“ von Wim Vonk und Marja van Putten.


„Funghi lavia“ von Wim Vonk, Plastik und Natur kommen zusammen.

Alle Kunstwerke im Avantgarten
Mehr Arbeiten von Wim Vonk
Arbeiten von Marja van Putten

Tape Art

Neue Wandarbeit von Katrin Lazaruk im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown.

Die Künstlerin ist mit ihren Werken auch im Bereich der Streetart-Szene unterwegs, zuletzt beim „female Graffiti & Streetart Festival“ in München. Und das, obwohl ihre Arbeitsweise nichts mit der klassischen Wandmalerei verbindet. Ihre Werke sind vielmehr ein Manifest der Wiederverwertung, alte Kassettenbändern geben der vergessenen Musikkassette neues Leben und lassen interessante Bildwerke entstehen.

Katrin Lazaruk schafft Werke, die nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch politisch und sozial relevant sind. Ihre Themen umfassen Popkultur, Politik und Feminismus. Mit ihrer Kunst setzt sie sich auch dafür ein, dass Frauen in Kunst und Gesellschaft sichtbar werden.

So zeigt ihr Werk im Avantgarten zwei Graffiti-Sprayerinnen und thematisiert damit, dass weibliche Künstlerinnen in dieser Szene selten Beachtung finden, obwohl viele in dem Bereich arbeiten. Aber sie appelliert auch an die Frauen, sich zu behaupten und das Mädchen-Kopftuch abzulegen.

Mehr Arbeiten von Katrin Lazaruk
Die Skulpturen aller Künstler in Avantgarten


Katrin Lazaruk zu Gast im HUBSA, dem künstlerischen Wohnobjekt von André Smits im Avantgarten.


Katrin Lazaruk schneidet das Motiv aus den fixierten Kassettenbändern heraus.


Anschließend wird das Motiv farbig hinterlegt.


Das Werk „ohne Titel“ von Katrin Lazaruk im Avantgarten in DaunTown.

Gneis für DaunTown

Der Künstler Frank Gillich arbeitet als erster Bildhauer im Avantgarten mit Stein.

Gneise sind mittel- bis grobkörnige Metamorphite mit ausgeprägter Textur. Sie bestehen meist aus Feldspat, Quarz und Glimmer. Als Findling liegen sie auf Ackerflächen, so auch in der Nähe von DaunTown. Sie haben eine lange Reise hinter sich. Während der Eiszeit wurden sie von Gletschern transportiert und an ihren heutigen Standorten abgelegt. Dieser lange Weg hat lesbare Spuren auf der Steinoberfläche hinterlassen.

Frank Gillich greift die Idee von Spur und Struktur auf. In seiner bildhauerischen Arbeit fügt er dem Stein neue, ihn umwandernde Spuren hinzu. Mit Schlägel und Meißel entstehen exakte, runde Hohlformen, wie sie in der Natur nicht vorkommen. Ein haptisches Vergnügen bereitet beim Betasten des Steins der Kontrast zwischen der rauen Oberfläche im Gegensatz zu den glattgeschliffenen Vertiefungen.

Philosophisch betrachtet spielt dieses Kunstwerk mit Vergangenheit und Zukunft. Die Spuren von der Entstehung des Steins bis heute erzählen eine uns bekannte Geschichte. Aber welche Fragen und mögliche Antworten werfen die neu hinzugesetzten Zeichen in 100 Jahren auf?


Frank Gillich und Jörg Spätig haben den Findling auf einem Acker nahe DaunTown aufgelesen.


Frank Gillich schlägt die Formen in den Stein.


Das Schleifen der Oberfläche.

Mehr über Frank Gillich: www.frankgillich.de
Alle Skulpturen im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown: www.avantgarten.eu

Hauptsache

„Hauptsache – Von Schädeln und Fellen“ so heißt die neue Skulptur im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown. Das Künstlerduo An-mut (Anita Philipper und Helmut Berka) arbeitet seit Jahren zum Thema Vanitas. Ein besonderes Augenmerk legen sie bei ihrer aktuellen Skulptur auf den Aspekt der Wertschätzung. 

Anita Philipper ist nicht nur Künstlerin sondern züchtet auch eine alte Hausschafrasse. „Das Schaf hat den Menschen seit Urzeiten begleitet, war ihm Nahrung, Kleidung, Werkzeug … wichtig zum Überleben. Alte Haustierrassen können nur überleben, wenn man sie isst. Heute ist Fleisch ein Massenprodukt, ein Wegwerfprodukt einer Überflussgesellschaft. Ich begleite meine Tiere von der Geburt bis zum Tod. Diese Installation ist WERTschätzung und Vanitas. Wir geben damit dem Tier seine Würde zurück.“

Künstlerisch gesehen, finden sich in diesem Werk Anklänge an mythologische Themen der Kunstgeschichte. Die fünfteilige Arbeit, bestehend aus Schafsschädeln, Schafwolle und Haselnussstöcken, zeigt am oberen Ende der Stangen unterhalb der Schädel ein goldenes Vlies. Diese Symbolik schlägt auch eine Brücke zu den malerischen Werken von Helmut Berka, in denen er sich mit alten Göttersagen auseinandersetzt. 

Die gesamten Kunstwerke unterschiedlicher Künstler  sind auf der Internetseite des Avantgarten einsehbar www.avantgarten.eu

Das Künstlerduo An-mut (Anita Philipper und Helmut Berka) zu Gast im HUBSA

„Hauptsache – Von Schädeln und Fellen“, Installation des Künstlerduos An-mut. Weiter Werke sind im öffentlichen Raum und auf überregionalen Kunstausstellungen wie z.B. „Kunst am Rand“ in Münster und „Nature Art EN“ in Ennepetal zu sehen.

Avantgarten – der Skulpturengarten in DaunTown

Der Avantgarten ist ein Skulptur-Projekt mit dem Ziel, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler einzuladen, vor Ort am Südhang des Teutoburger Waldes Skulpturen, Plastiken und Objekte entstehen zu lassen.

Die Künstlerinnen und Künstler können als Artist in Residence im HUBSA. wohnen und von den Werkstätten bis hin zur Kantine alle Möglichkeiten nutzen, die die Ateliergemeinschaft DaunTown bietet, um ihre Werke zu fertigen. Die entstandenen Arbeiten verbleiben dann auf dem Außengelände. So stetig wachsend, mit den unterschiedlichsten Arbeitsweisen der zeitgenössischen Bildhauerei, entwickelt sich ein der Öffentlichkeit zugänglicher Skulpturengarten. Auf einer Fläche von ca. 10.000 qm werden in den nächsten Jahren immer wieder neue Werke zu entdecken sein.

Einige Künstler haben ihre Werke bereits dort platziert. Eine Internetseite bietet einen kleinen Einblick in den Skulpturengarten. Wie der Garten selbst unterliegt sie einem ständigen Wandel.
www.avantgarten.eu

Arbeiten des Bildhauers Jörg Spätig, der das Skulpturengarten-Projekt 2020 mit Hilfe eines NRW Förderstipendium initiierte.

felled trees

Die niederländische Künstlerin Bianca Runge symbolisiert mit ihren Werken die Konsumgesellschaft, das kontinuierliche Wachstum auf Kosten der Natur. Sie arbeitet zur Zeit im Avantgarten in DaunTown als Artist in Residence und wohnt im HUBSA.

Die Werke ihrer aktuellen Serie „felled trees“: Die Bäume – silbern und kahl stehen sie da, ihrer Zweige beraubt. Sie sind gleichzeitig vorhanden und doch nicht, Erinnerung statt Realität. Baumstumpf, Beute der Säge und dem unbändigen Drang der Menschen, die Natur zu kontrollieren und zu benutzen mit dem Verfall zur Folge.

Gebrauchter und überflüssiger Schmuck erinnert an Raupen und Käfer, die den Baum erklimmen und Teppichstücke sehen aus wie Moos, das um den gefällten Stamm herum wuchert.

Zusammen mit den alten Teppichen, die während des Wiederaufbaus in den 50er Jahren in Mode kamen und genau wie der Schmuck ein Symbol des Wohlstands sind, verwandelt Bianca Runge jeden Stamm in ein Bild, das zum Nachdenken anregt. Für sie stehen ihre Arbeiten gleichzeitig für den Verfall der Natur sowie für den Verfall der Kultur.

Ihr Trost spendender Kommentar: „Vielleicht sprießen die Stämme wieder, wenn die Erde, das Wasser, das Licht und die Fantasie ihnen Kraft geben.“ 

Wuchern und wachsen ist ein wichtiges Thema im Werk von Bianca Runge, die seit fast 30 Jahren als Künstlerin und Organisatorin von Kunstausstellungen tätig ist. Ihre Arbeiten befinden sich in Sammlungen. Aktuell sind Werke auf der Sculptur Expo 2022 in Terneuzen, NL ausgestellt. Einen Eindruck gibt ihre Internetseite wieder www.biancarunge.nl

Das vor Ort entstandene Objekt ist in die ständige Ausstellung des Avantgarten dem Skulpturenpark in DaunTown integriert und zu besichtigen. Einen Überblick aller Kunstwerke, die dort stehen, bietet die Internetseite www.avantgarten.eu

Die Künstlerin bei der Arbeit an ihrem Objekt, dem aus Aluminium geformten Baumstamm.

Künstlerischer Austausch in den DaunTown-Ateliers, Marvin Knopf und Bianca Runge.

„felled trees“ von Bianca Runge.

Wasserzeichen

Die neue 3,20 m hohe Skulptur „Wasserzeichen“ im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown, ist schon von Weitem sichtbar.

Die Künstler Catharina und Dieter Wagner sind der Einladung gefolgt, als Artist in Residenz im HUBSA zu wohnen und zu arbeiten. Sie entwickelten auf den Ort bezogen die Skulptur „Wasserzeichen“, die sich nun als Linie im Raum, in die Landschaft einfügt.

Die Idee dazu lieferten die zahlreichen artesischen Quellen der Umgebung. „Wasser“ sollte hier aufgegriffen und umgesetzt werden. So war es für die beiden eine künstlerische Konsequenz, das Material der Skulptur dem Thema entsprechend zu wählen. Das Resultat: eine Skulptur aus KG-Rohren.

Von Catharina und Dieter Wagner besitzen bereits einige Städte Skulpturen. In ihren Werken bauen sie grundsätzlich eine Verbindung zur topologischen oder sozialen Lokalität auf.  Wer mehr Arbeiten der Künstler sehen möchte, sollte ihre Webseite besuchen: www.wagner-bildwerke.de

Wer mehr über den Avantgarten erfahren will, kann alle dort stehenden Kunstwerke auf der Skulpturengarten-Internetseite sehen www.avantgarten.eu

Die Bestimmung des Standorts der Skulptur, Jörg Spätig mit Catharina und Dieter Wagner

STOTTER GEDACHTE

Die niederländische Künstlerin Iris v´t Bosch war eine Woche im HUBSA in DaunTown zu Gast und nutzte die Zeit, um zwei Werke für den Skulpturen-Garten zu fertigen.

„Stotter-Gedanken“ unter diesem Titel fasst die Künstlerin ihre vielfältigen künstlerischen Arbeiten zusammen. Ihr Repertoire reicht von Zeichnung über Malerei bis hin zu Objekten. In den Niederlanden ist sie vor allem für ihre Kunstprojekte bekannt. Sie entwickelt themenbezogene Kunstkonzepte,  an deren Umsetzungen auch andere Künstler beteiligt werden. Zu sehen sind diese Ausstellungen dann als Kunstevent in verschiedenen Städten.

Die Künstlerin reagiert in ihren Werken immer auf die Umgebung, in der sie sich bewegt. Ihre Idee für DaunTown: eine optische Verbindung ihrer Heimat Seeland und Ostwestfalen, Krabbenscheren von der Schelde und Geäst aus dem Teutoburger Wald, kombiniert zu einem Objekt.

Die mannigfaltigen Eindrücke, die hier vor Ort auf sie einströmten, hielt sie in einer Zeichnung auf einer herumliegenden Palette fest „STOTTER GEDACHTE DAUNTOWN“.

Iris v´t Bosch Arbeiten sind im Avantgarten wie kleine poetische Botschaften versteckt und warten auf ihre Entdecker.

Wer mehr über das künstlerische Schaffen von Iris v´t Bosch erfahren möchte, kann ihr auf Instagram folgen.

Alle Kunstwerke, die im Avantgarten stehen können auf der Skulpturengarten Internetseite angesehen  werden www.avantgarten.eu

Iris v´t Bosch zu Gast im HUBSA

Mitgebrachtes und vor Ort Gefundenes wird verarbeitet.

Nur in DaunTown „wachsen“ Krabben an den Bäumen.

Der „CrabTree“ im Avantgarten.

Iris v´t Bosch im Gespräch mit Wolfgang Meluhn.

HUBSA – DaunTown international vernetzt

Das erste „HUBSA“ Objekt des niederländischen Künstlers André Smits steht seit letztem Sommer im Avantgarten, dem Skulpturen-Garten in DaunTown. Es ist eine soziale Skulptur. Ein Objekt, in dem Künstler als Artist in Residenz wohnen können.

Die Idee zu seinem Projekt „AITW-HUBSA-AIR“ kam ihm, als er bei seinem eigenen künstlerischen Arbeiten feststellte, dass es finanziell schwierig ist, als Künstler international zu agieren. Es sollte an jedem Ort der Welt, an dem er arbeitet, ein bewohnbares künstlerisches Objekt entstehen.

Nun ist das zweite Objekt fertiggestellt. Im belgischen Museum der Verbeke Foundation ist es zu bewundern und zu bewohnen.

Ein weiteres bewohnbares HUBSA steht als temporäres Objekt auf der Sculptur Expo 2022 in Terneuzen, NL. Oben auf eine Skulptur der Künstlerin Monika Dahlberg.

Mehr Infos und Fotos von der Entstehung des HUBSA in DaunTown gibt es auf dieser Seite und auf der Seite des Künstlers AITW-HUBSA-AIR zu sehen.