DaunTown-Atelier-Stipendium 2026

Zum ersten Mal geht das DaunTown-Atelier-Stipendium an eine Fotografin. Alexandra Malobrodski widmet sich in ihrer Fotografie den „Unrealitäten“, wie sie selbst ihre Arbeiten beschreibt.

Der fotografische Blick von Malobrodski zeigt real Gesehenes im Stadtbild, das aus dem Umfeld isoliert, unreal und manipuliert erscheint. Die Kompositionen erinnern an die Malwelten der Surrealisten, dabei sind die entstandenen Fotografien in keiner Weise technisch manipuliert.

Ganz anders geht die Künstlerin bei ihrer inszenierten Fotografie vor: sie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem technischen Anspruch der Fotografie, Realität abzubilden und dem künstlerischen Vorhaben, Realitäten zu verändern, zu übertreiben oder gar aufzulösen.

In der Stadt, in der Natur und im Atelier erschafft Malobrodski ihre Unrealitäten, in denen sie oft mithilfe von Models die Absurdität des Lebens inszeniert. Charakteristisch für diese Fotografien ist das Spiel mit farbigem Licht, langen Belichtungszeiten, Spiegelungen und Verhüllungen, die die Grenzen der Realität verschwimmen lassen.

Ihre Werke sind narrativ und cineastisch, werfen Fragen auf und beantworten keine von Ihnen. Sie öffnen den Dialog zwischen Realität und „Unrealität“, Traum und Wirklichkeit und locken in eine Traumwelt, die sich dem klaren Verständnis entzieht.


Gefundene Unrealitäten im Stadtbild, fotografisch festgehalten von Alexandra Malobrodski. (Detailansicht)

(Detailansicht)


Inszenierte Fotografie, die bewusste Veränderung der Realität.


Alexandra Malobrodski bei einem Shooting in DaunTown.

Mehr Fotografien von Alexandra Malodrodski

Zweites DaunTown-Atelier-Stipendium 2025 vergeben

Seit dem Sommer arbeitet der Künstler Peter Karpinski im Residenz-Atelier in DaunTown. Seine künstlerische Praxis reicht von Zeichnung und Malerei über Klang- und Rauminstallationen bis hin zu Videokunst.

Aufgrund seiner ausgeprägten Kuratorentätigkeit und seines fundierten kunsthistorischen sowie philosophischen Backgrounds bringt Peter Karpinski neue interessante Aspekte in die fachlichen Diskussionsrunden der Ateliergemeinschaft ein.

Die Auseinandersetzung mit altmeisterlichen Techniken ist in seinen Zeichnungen und Malereien zu sehen. In seiner Acrylmalerei arbeitet er mit Schichttechniken und verhandelt darin das Leid der Könnerschaft – den inneren Konflikt zwischen technischer Perfektion und emotionaler Entgrenzung.

Seine Bildwelten wachsen oft organisch, verknorpeln sich zu Gestalten entrückter Personen oder verdichten sich zu abstrakten Emotionen.

Malerei von Peter Karpinski.

Peter Karpinski in seinem Artist-in-Residenz-Studio in DaunTown. (Foto: André Smits)

DaunTown-Atelier-Stipendium 2025

Seit Januar arbeitet die neue Stipendiatin Sarah Marie Caroline Dahm in DaunTown. Sieben Monate kann sie die Räume der Ateliergemeinschaft nutzen, vom Atelier bis zur Werkstatt und Kantine. Aber es geht um mehr: Die Stipendiaten sind Teil der Gemeinschaft und somit in das DaunTown-Netzwerk eingebunden, das heißt zum Beispiel auch, dass sie ins Ausstellungsgeschehen mit einbezogen werden.

Für die Künstler des Atelierhauses sind vor allem der Austausch, die neuen Sichtweisen und Diskussionen ein Gewinn für die eigenen Arbeiten.

Auch Sarah Dahm trägt neue Aspekte der Kunst in die Ateliergemeinschaft hinein. Das Metier der Künstlerin umfasst analoge schwarz/weiß Fotografie und Malerei.

Ihre ungegenständliche, großformatige Malerei betitelt sie als „Radikale Gefühle“. Flüchtige und zarte Gefühle treffen auf einnehmende Abstraktionen von Gefühlen. Ein Farbrausch in Öl, mit Fingern und Tuch auf Leinwand aufgetragen. So entstehen Bildstimmungen, erzeugt durch Überlagerungen, die Betrachtende in ihren Bann ziehen.

Die analoge schwarz/weiß Fotografie führt Sarah Dahm zu einer Verbindung zwischen beiden Medien, der übermalten Fotografie. Alte Fotos werden von der Künstlerin mittels rigoroser Eingriffe in ihrer Aussage kommentiert. So gibt es vieles zu entdecken beim Betrachten ihrer Arbeiten, für Besucher und die Künstler vor Ort.


Sarah Marie Caroline Dahm im Atelier.


ICH WILL IMMER NOCH WEG. DOCH WEIß NICHT WOHIN


ALLEIN AUF DER WELT


GEFÜHLSMEER I

Zwei Arbeiten aus der Serie RECOLLECTION II

Auch 2024 zweites DaunTown-Atelier-Stipendium vergeben

Bereits im Sommer hat der Künstler Alexej Eisner seinen Platz für sieben Monate in DaunTown bezogen. Mit ihm sind zum ersten Mal auch traditionelle Drucktechniken im Atelierhaus vertreten.

Das künstlerische Œuvre von Alexej Eisner umfasst Video, Zeichnung, Malerei, Holzschnitt und Radierung. Er ist mit seiner Arbeitsweise sowohl im Gegenständlichen als auch im Abstrakten unterwegs. Seine Holzschnitte sind von experimentellen Farbkompositionen geprägt.

Die Malerei jedoch zeigt gegenständliche Motive, die oft gesellschaftspolitische Äußerungen darstellen. Eine Serie beschäftigt sich mit seinen Wurzeln in Tadschikistan. Hier werden verschlüsselte Botschaften des poetisch/politischen Textes eines bekannten Singer-songwriters der Region malerisch entschlüsselt.


Alexej Eisner im Atelier in DaunTown. (Foto: André Smits)


Experimentelle Holzschnitte von Alexej Eisner.


Skizze zur Malerei „torn“ von Alexej Eisner.


Malerei zu Texten eines Singer-songwriters aus Tadschikistan von Alexej Eisner.

Mehr Arbeiten von Alexej Eisner

DAUNTOWN, wenn Dinge wie Kunst und Leben ins Schweben und Fliegen geraten

An diesem Wochenende sind die DaunTown-Künstler mit ihren Arbeiten zu Gast in Münster. Dort läd die renommierte Ateliergemeinschaft Schulstraße seit Jahren zur Veranstaltung „Kunst und Suppe“ ein.

In geselliger Runde werden mit Gästen Themen rund um die künstlerische Arbeitswelt erörtert. Dieses Mal: DaunTown, wenn Dinge wie Kunst und Leben ins Schweben und Fliegen geraten – das erfolgreiche Konzept des Atelierhauses und Skulpturengartens in Borgholzhausen.

Nach einem Vortrag mit Bildern wurden bei Suppe an langen Tischen interessante und intensive Gespräche geführt.

Beide Atelierhäuser unterscheiden sich nicht nur durch ihre Lage, dem urbanen oder dem ländlichen Raum, oder ihre Größe (19 Künstler in der Schulstraße, 9 in DaunTown), auch die organisatorische Struktur ist anders. In DaunTown greifen Arbeiten  und Leben ineinander. Um so spannender der Austausch unter den Künstlern und Künstlerinnen. Im April ist der Gegenbesuch der Münsteraner in DaunTown geplant.

Die Suppe ist bereits ausgelöffelt, die zur Veranstaltung gehörende Ausstellung in den Atelierräumen kann allerdings noch besichtigt werden.

Bis Sonntag Abend den 18.2.2024 um 18 Uhr sind die Werke aller DaunTown-Künstler ausgestellt. Einige Künstler sind anwesend und kommen gerne mit ihnen ins Gespräch.

Ateliergemeinschaft Schulstraße, Schulstraße 43 in Münster.

Als kleiner Appetithappen ein paar Eindrücke, um die Atmosphäre des Hauses zu schnuppern.


Die Künstler der Ateliergemeinschaft haben ihre Ausstellungsflächen in den Fluren für die Gäste zur Verfügung gestellt. Hier hängt nun eine neue Malerei von Wolfgang Meluhn.


Yasin Wörheide ist mit Malerei und Objekten vertreten.


Marvin Knopf zeigt Skulpturen und neue Papierarbeiten.


Zeichnungen von dem neuen DaunTown-Atelierstipendiaten Jasper Tiemeyer.


Neues von Matthias Poltrock, Bildelemente in Resin vergossen.


Die Künstler haben sogar Wände in ihren Ateliers für die Gäste freigeräumt. Beate Freier-Bongaertz „Auf Schusters Rappen“.


Jörg Spätig „Woher auch immer sie kommen“. „Der Meisterschüler“ zeigt ein kurzes Video dazu „WER ZU SPÄTIG KOMMT, DEN BELOHNT DAS LEBEN“


Leckere Suppe und interessante Kunstgespräche.