artistintheworld playlist

Den Titel des Kunstprojekts „Artist In The World – The Never Ending Art Trip“ des niederländischen Künstlers Andre Smits, kann man wörtlich nehmen. Seit 2008 ist Smits weltweit unterwegs, um Künstler in ihren Ateliers zu fotografieren.

Aktuell hat er inzwischen 7093 Künstlerinnen und Künstler in ihren Studios besucht und den Raumeindruck fotografisch festgehalten. Die Künstler stehen dabei inmitten ihrer Werke, ihren Arbeiten zugewandt mit dem Rücken zur Kamera. Sie sind es auch, die durch ihre Kollegenempfehlung die Reiseroute vorgeben.

Ein fester Punkt bei seinen Reisen ist DaunTown. Gemeinsam mit der Ateliergemeinschaft hat er im Garten eine soziale Skulptur geschaffen, den HUBSA, in dem internationale Bildhauer als Artist in Residenz 10 Tage wohnen und arbeiten können.

Wandtatoos zeigen außen und innen eine Art Reisebeschreibung. Smits zeichnete außen die Route von Stadt zu Stadt und innen, welcher Artist ihn zu welchem Künstler oder Künstlerin weitergeschickt hat.

Jetzt hat Andre Smits begonnen, sein zeichnerisches Repertoire um eine neue Idee zu ergänzen, der „artistintheworld playlist“. Hierzu läd er die Porträtierten zu einem gemeinsamen Werk ein. Auf diese Weise entstehen spannende, kleine Kabinettstücke, wie die oben abgebildete Gemeinschaftsarbeit von Wolfgang Meluhn und Andre Smits.


„artistintheworld playlist“ ein Gemeinschaftswerk von Jörg Spätig und André Smits.


„artistintheworld playlist“ eine Zusammenarbeit von André Smits und Beate Freier-Bongaertz.

Alle Werke aus der Serie „artistintheworld playlist„.
Die Atelierfotos des Kunstprojekt „Artist In The World“ sehen sie hier.

Die Zimmer des Skarabäus

Die Ateliergemeinschaft DaunTown läd immer wieder internationale Künstlerinnen und Künstler zu Gesprächen, Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit ein. So entsteht ein spannendes Netzwerk aus allen Sparten der Kultur.

Jetzt war auch Elena Basso zu Gast in DaunTown. Die italienische Künstlerin agiert mit ihrer Kunst im Grenzbereich zu Performance und Theater. Mit ihrer Inszenierung “Le stanze dello Scarabeo“ in Bassano del Grappa bewegte sie die Besucher der Aufführung.

“Le stanze dello Scarabeo“ ist ein multidisziplinäres Kunstprojekt, das immersiv Erlebnisse an der Schnittstelle von Theater, Tanz, Fotografie und Musik vermittelt. Elena Basso experimentiert mit verschiedenen Ausdrucksformen, um das Publikum auf sinnliche und erzählerische Pfade mitzunehmen. Sie arbeitet mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen zusammen, um Räume zu erschaffen, in denen Realität und Fantasie aufeinandertreffen. Das Werk dringt in die Schatten der Psyche vor und bringt Verborgenes ans Licht. 

Für die DaunTown-Künstler ein spannendes Zusammentreffen, zumal sich in einigen Arbeitsbereichen Überschneidungen ergeben.


Fotos aus der Inszenierung “Le stanze dello Scarabeo“ von Elena Basso.


Die Performance wurde diesen Sommer in einer alten Villa in Bassano del Grappa aufgeführt. Die Inszenierung zog sich über alle drei Etagen des Gebäudes.


Elena Basso in DaunTown, fotografiert von Alexandra Malobrodski.

Mehr Infos über Elena Basso auf Instagram.

Die Rettung

Achim Zepezauer hat ein neues Kunstwerk für den Avantgarten, den Skulpturengarten in DaunTown, geschaffen.

Der Künstler arbeitet spartenübergreifend, er ist sowohl in der Musik, als auch in der Bildenden Kunst zu Hause. Die Ideen sind maßgeblich für die Wahl seines Arbeitsmaterials, die Umsetzung sind komplexe Werke, in ungewöhnlicher Ästhetik, eine Kunst, an der man nicht einfach vorbeigeht. Seine Ausstellungen sind von Rauminstallationen und Klangobjekten geprägt.

Das Werk „Die Rettung“ bezieht sich auf Arion von Lesbos, der am Hofe von Korinth um 600 v. Chr. ein berühmter Sänger war. Die Legende besagt, dass ihn auf der Rückreise von einem Sangeswettbewerb Seemänner berauben und ins Wasser stoßen wollten. Aber sie erfüllten ihm zuvor den letzten Wunsch, ein Lied zu singen. Von dem Gesang angelockt, kamen Delfine, retteten ihn aus dem Wasser und trugen ihn an Land. 

Achim Zepezauer, auch unter dem Namen Ach Kuhzunft aktiv, sagt: „Musik kann tatsächlich lebensrettend sein, in vielerlei Hinsicht. Kunst und Musik verfolgen die gleichen Ziele, in dem sie Betrachtenden und Zuhörenden (ebenso wie den Kunstschaffenden) neue Perspektiven eröffnen und eine Rettung sein können.“


Achim Zepezauer montiert das Schallplattendach.


Das neue Kunstwerk „Die Rettung“ von Achim Zepezauer am Teich des Avantgarten.


Detailansichten


Bei Wind beginnt das Spiel auf der Klavierharfe. Die Kassetten funktionieren wie Segel als Antrieb für die Bewegung der Metallelemente die über die Saiten gleiten.

Mehr Werke von Achim Zepezauer:
www.fehlerfest.de
www.kuhzunft.com
Alle Kunstwerke im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown:
www.avantgarten.eu

Schneezauber im Avantgarten

Der Winter gibt allem ein neues Kleid. So sind auch die Werke im Garten für kurze Zeit anders zu sehen und zu interpretieren.

Der Avantgarten in DaunTown ist ein Kunstprojekt, 2021 von Jörg Spätig ins Leben gerufen. Hier werden regionale und internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, Skulpturen vor Ort für den Garten zu fertigen. Nach nur 4 Jahren sind bereits 23 Künstler mit ihren Werken im Skulpturengarten vertreten.

Auf der Seite www.avantgarten.eu sind alle Werke mit Standort gelistet.
Besucher sind willkommen.


Blick in den Avantgarten. Im Vordergrund eine Arbeit von Aivars Benuzs, im Hintergrund von Jörg Spätig.


Ein Werk von Katrin Lazaruk.


André Smits schuf ein bewohnbares Werk für den Avantgarten, fotografiert von Hanna Retz.


Detail des Werks „Work“ von Garvin Nolte, fotografiert von Hanna Retz.


Mit Schneeakzent, Figur von Jörg Spätig.


Der „Gneis für DaunTown“ von Frank Gillich.


Der Schnee zeigt eine neue Interpretation der Skulptur von Jörg Spätig.


Emil Ambroos setzt mit seiner Skulptur ein Zeichen für seine eigene Zukunftsversion des Avantgarten: „Unterdessen am zukünftigen Strand von Dauntown: Ziegen durchkämmen die Küsten nach Moos und Altmetall, um ihre Schiffe wieder aufzubauen und von nun an wieder durch den Kosmos zu streifen.“


Die Ziegen, für Besucher und Künstler so interessant wie die Skulpturen im Avantgarten in DaunTown. (Foto: Hanna Retz)

Monkey Mind

Die Künstlerin Caro Enax fertigte eine neue plastische Arbeit für den Avantgarten, den Skulpturengarten in Dauntown.

In Caro Enax Werk gehen ihre Zeichnungen und Skulpturen eine Symbiose ein. Der hauchdünne Draht übernimmt die Funktion einer gezeichneten Linie im Raum, die sich zur dreidimensionalen Form verdichtet. So ist Monkey Mind entstanden wie eine Ein-Linien-Zeichnung, ohne den Stift abzusetzen, bestehend aus einem einzigen durchgängigen Draht.

Die Formensprache der Bildhauerin entspringt einer organischen Komplexität, deren Charakter dem Prozess entspricht und nicht planbar ist. „Es ist ein langsames, meditatives Arbeiten, das vom Körper geleitet wird, während der Kopf eher zuschaut. Die Entscheidungen, die während des Arbeitens stetig getroffen werden, scheinen eher dem  Bewegungsgedächtnis der Finger zu entspringen als dem rationalen Bewusstsein. Es gibt keine ehrlichere Begegnung mit sich selbst als in der vollkommenen Hingabe an einen künstlerischen Prozess“, sagt Enax über ihre Arbeit.

So entstand in neun Tagen meditativen Arbeitens ein poetisches Kleinod in Dauntown. Hängend in einem Baum, dem Spiel des Windes freigegeben, zieht es den Betrachter in seinen Bann.


Caro Enax vor dem HUBSA, dem Residenzraum für Gastkünstler.


Die gesamte Skulptur ist aus einem durchgehenden Edelstahldraht mit 0,4mm Durchmesser entstanden.


Caro Enax mit ihrem vollendetem Werk. Deutlich wird hier das Prinzip der Verdichtung zur Mitte hin.


Der ideale Platz für das Werk ist gefunden.


Foto: Hanna Retz


Foto: Hanna Retz


Foto: Hanna Retz

Mehr über Caro Enax: www.caroenax.de
Alle Kunstwerke im Avantgarten

„Nicht jed r“

Im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown, herrscht reges Treiben. Nun hat die niederländische Künstlerin Marja van Putten ihr Werk vollendet.

In ihrem Hauptwerk arbeitet van Putten mit textilem Material. Allerdings nicht als Ausdruck von Weiblichkeit, obwohl ihr bewußt ist, dass Materialien niemals neutral sind.

Sie verwendet Textilien als autonomes Material mit abstrahierenden Möglichkeiten. Ihre malerischen und skulpturalen Werke sind materielle Erforschung dessen, was Textilien in der zeitgenössischen Kunstpraxis sein können, losgelöst von kulturellen Assoziationen oder symbolischer Bedeutung.

Der Satz, den Sie in DaunTown an die Wand schrieb, bezieht sich auf ihre Arbeit in vielfältiger philosophischer Weise.


Marja van Putten arbeitete fünf Tage in DaunTown an ihrem Werk für den Avantgarten.


Foto: Marja van Putten

Mehr Arbeiten von Marja van Putten

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu

Wind-Kraft

Der lettische Bildhauer Mārtiņš Pundurs hinterlässt seine künstlerischen Spuren in DaunTown. Er war neun Tage zu Gast im HUBSA, der sozialen Skulptur von André Smits, in der internationale Künstler als Artist in Residenz wohnen können.

Der Kontakt zu lettischen Künstlern hat in DaunTown Tradition, bereits vier mal wurden Symposien mit lettischen und deutschen Künstlern veranstaltet.

Es ist die Landschaft, die Mārtiņš Pundurs inspiriert. Sie ist Ausgangspunkt für seine meist kleinen Skulpturen.

In Borgholzhausen entdeckte er viele Ähnlichkeiten zu seiner Heimatstadt Cesis: Landschaftlich, historisch (vergleichbares wie die Varusschlacht gab es auch in seiner Region) und baulich (beide Städte sind kleine mittelalterliche Orte mit Burgruine). Künstlerisch entschied er sich allerdings für eine aktuelle Gemeinsamkeit, der Diskussion um die Windräder. Prägend für die Landschaft und formgebend für seine Skulptur.

Für den Avantgarten fertigte Mārtiņš Pundurs eine große Skulptur, ein Spiel mit Form und Material, in dem sich alle vorausgegangenen Überlegungen wiederfinden lassen. Sperrigkeit und Ironie prägen dieses Kunstwerk. An der Rückseite ist eine Türöffnung für eine kleine Feuerstelle eingearbeitet.


Der lettische Bildhauer Mārtiņš Pundurs bei der Arbeit an seiner Skulptur im Atelier von Jörg Spätig in DaunTown.

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu

Betonbaukasten

Die Gartensaison ist eröffnet! Passend mit dem schönen Wetter zieht ein neues künstlerisches Werk in den Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown, ein.

Jasper Tiemeyer, Maler und Bildhauer, war im vergangen Jahr als Atelierstipendiat in DaunTown. Umso mehr freuen wir uns, nun seine Arbeit im Garten präsentieren zu können. Vier Arbeiten aus der Reihe „Betonbaukasten“ sind ab jetzt zu sehen.

Tiemeyer zu seiner Arbeitsweise: „Die Bearbeitung des formbaren Ausgangsmaterials Ton erzeugt Spuren eines körperlichen Arbeitsprozesses. Einzelne Module entstehen aus Wiederholungen derselben Gesten, deren Fragmente konserviert und neu zusammengesetzt werden. In der Betongussform verdichten sich diese Fragmente zu Körpern.

Die Skulpturen verstehen sich als Weiterführung: bereits benutzte Tonstücke tauchen erneut auf, werden überarbeitet, erweitert, fragmentiert. So entsteht ein Baukasten aus Teilen, deren Formen nie abgeschlossen sind. Jeder Guss wird zum Archiv eines Prozesses, dessen Spuren im Material weiterleben.“


Jasper Tiemeyer installiert sein Werk „Betonbaukasten“ im
Avantgarten in DaunTown.


Jasper Tiemeyer ist für seine amorphen Betonskulpturen bekannt.


Eine Arbeit aus der Reihe „Betonbaukasten“ von Jasper Tiemeyer.

Alle Skulpturen im Garten ansehen: www.avantgarten.eu

Man oh Man

Neue Arbeit von Anna Ramsair im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown.

Die Figur mit einem Mund als Trompete wurde, über Jahre weiterentwickelt, zum Leitthema der niederländischen Künstlerin.

Ein Rufer – ein Geräuschemacher – ein fröhlicher Naivling – ein Glücksjäger, wie wir alle Glücksjäger sind. Jemand der trötend umher stapft und während er das Glück am Horizont sucht, nicht merkt, dass ihm das Gold zu Füßen liegt. Für die Künstlerin ein Sinnbild des komplexen Lebens mit viel Freude und Traurigkeit, einer Menge Möglichkeiten und einer Menge Lärm.

Anna Ramsair ist Zeichnerin, Malerin und Keramikerin. „Ich habe begonnen, mich mit Ton zu beschäftigen, da es ein Urmaterial ist. Alles wurde daraus geboren.“ In DaunTown war sie als Artist in Residenz zu Gast und hat in dieser Zeit in den Werkstätten ihre Keramik vollendet.


„Man oh Man“ so der Titel der neuen Skulptur im Avantgarten von Anna Ramsair.


Glasieren


Brennen


Verkleben der einzelnen Teile


Aufbau des Sockels im Avantgarten, Anna Ramsair und Bildhauerkollege Jörg Spätig.


Anna Ramsair im Avantgarten.

Ein kleines Video zur Skulptur
Mehr Arbeiten von Anna Ramsair
Alle Werke im Avantgarten dem Skulpturengarten von DaunTown.

I am Faith

Der Dänische Künstler Poul R. Weile, ist künstlerisch in verschiedenen Sparten unterwegs. Sein Spektrum reicht von Zeichnung über Collage, Performance und Video bis hin zu Skulptur. So war er nicht nur als Buchkünstler mit dem Berliner RUW! Magazin in DaunTown zu Gast, sondern auch als Bildhauer im HUBSA.

Seine Skulptur „I am Faith“ ist 2022 bei einem Eisengusssymposium in Berlin entstanden. Der Künstler fertigte eine Vorzeichnung in Originalgröße, schnitt sie aus und bildete die Zeichnung im Sand nach. In die ausgehöhlte Form wurde dann das geschmolzene Eisen gegossen. Poul R. Weile hat bewusst auf eine Oberform verzichtet, sodass eine reliefartig Figur entstand.

Die Arbeit gehört zu einer Skulpturenserie von Frauenfiguren. Sie sind alle transparent gehalten. „Du siehst die äußere Form, aber du kannst auch durch die Oberfläche hindurch viel mehr wahrnehmen,“ so Poul R. Weile. „Faith“ ist ein Frauenname und bedeutet Glaube. Für ihn ist dies eine Allegorie: „Als Künstler musst du den Glauben an dich selbst und deine Kunst haben. Ohne Vertrauen, dass es gut wird, kannst du nicht arbeiten. Du musst aufmerksam sein und dich auf den Entstehungsprozess einlasen. Nur im Dialog mit dem Werk entsteht eine gut Arbeit.“


Poul R. Weile zu Gast im HUBSA, ein Objekt von André Smits, in dem Künstler als Artist in Residenz wohnen können.


In der Werkstatt, es gilt das Problem der Montage zur Aufstellung zu lösen. Im Gespräch Poul R. Weile und Jörg Spätig. Im Hintergrund Hannah Becher.


Probeaufstellen der Skulptur im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown.


„I am Faith“, Skulptur von Poul R. Weile

Ausführliche Infos zur Figur und den anderen Skulpturen im Garte: www.avantgarten.eu

Alles über Poul R. Weile: www.prweilestudio.com