DAUNTOWN, wenn Dinge wie Kunst und Leben ins Schweben und Fliegen geraten

An diesem Wochenende sind die DaunTown-Künstler mit ihren Arbeiten zu Gast in Münster. Dort läd die renommierte Ateliergemeinschaft Schulstraße seit Jahren zur Veranstaltung „Kunst und Suppe“ ein.

In geselliger Runde werden mit Gästen Themen rund um die künstlerische Arbeitswelt erörtert. Dieses Mal: DaunTown, wenn Dinge wie Kunst und Leben ins Schweben und Fliegen geraten – das erfolgreiche Konzept des Atelierhauses und Skulpturengartens in Borgholzhausen.

Nach einem Vortrag mit Bildern wurden bei Suppe an langen Tischen interessante und intensive Gespräche geführt.

Beide Atelierhäuser unterscheiden sich nicht nur durch ihre Lage, dem urbanen oder dem ländlichen Raum, oder ihre Größe (19 Künstler in der Schulstraße, 9 in DaunTown), auch die organisatorische Struktur ist anders. In DaunTown greifen Arbeiten  und Leben ineinander. Um so spannender der Austausch unter den Künstlern und Künstlerinnen. Im April ist der Gegenbesuch der Münsteraner in DaunTown geplant.

Die Suppe ist bereits ausgelöffelt, die zur Veranstaltung gehörende Ausstellung in den Atelierräumen kann allerdings noch besichtigt werden.

Bis Sonntag Abend den 18.2.2024 um 18 Uhr sind die Werke aller DaunTown-Künstler ausgestellt. Einige Künstler sind anwesend und kommen gerne mit ihnen ins Gespräch.

Ateliergemeinschaft Schulstraße, Schulstraße 43 in Münster.

Als kleiner Appetithappen ein paar Eindrücke, um die Atmosphäre des Hauses zu schnuppern.


Die Künstler der Ateliergemeinschaft haben ihre Ausstellungsflächen in den Fluren für die Gäste zur Verfügung gestellt. Hier hängt nun eine neue Malerei von Wolfgang Meluhn.


Yasin Wörheide ist mit Malerei und Objekten vertreten.


Marvin Knopf zeigt Skulpturen und neue Papierarbeiten.


Zeichnungen von dem neuen DaunTown-Atelierstipendiaten Jasper Tiemeyer.


Neues von Matthias Poltrock, Bildelemente in Resin vergossen.


Die Künstler haben sogar Wände in ihren Ateliers für die Gäste freigeräumt. Beate Freier-Bongaertz „Auf Schusters Rappen“.


Jörg Spätig „Woher auch immer sie kommen“. „Der Meisterschüler“ zeigt ein kurzes Video dazu „WER ZU SPÄTIG KOMMT, DEN BELOHNT DAS LEBEN“


Leckere Suppe und interessante Kunstgespräche.

Marathon der Zeichnung

Zum sechsten Mal veranstaltet „TOP.OS – Verein für neue Kunst e.V. Osnabrück“ in Kooperation mit dem Kunstraum hase29, den Marathon der Zeichnung. Jeweils in der Zeit zwischen 10 Uhr morgens und 10 Uhr abends nutzen 14 eingeladene Künstlerinnen und Künstler den Ausstellungsraum als offenes Großatelier.

Für  interessierte Besucher ergibt sich die Möglichkeit, den Entstehungsprozess der Zeichnungen zu beobachten und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Bei diesem Marathon der Zeichnung wird deutlich, wie vielfältig und unterschiedlich das Medium Zeichnung aufgefasst werden kann. Er gibt einen Einblick in unterschiedliche Techniken und Ausdrucksformen der Zeichnung. Interessant ist auch, die verschiedenen künstlerischen Positionen zu sehen, von ungegenständlichen, über gegenständliche bis hin zu erzählerischen Arbeiten.

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler neben Beate Freier-Bongaertz sind: Joost-H. Becker, Wilfried Bohne, Caro Enax, Frank Gillich, Elena Gluth, Manfred Heinze, Eva Lause, Peter Möller, Michael Perlbach, Eva Preckwinkel, Robert Stieve, Marion Tischler, Monika Witte

Die entstandenen Werke werden anschließend im Ausstellungsraum vom 18.12. – 23.12.2023  präsentiert. Die Eröffnung findet am Montag, den 18.12.2023 um 19 Uhr statt, als Ende und Abschluss des letzten Marathon-Tages.
Kunstraum hase29 Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V., Hasestr. 29/30, 49074 Osnabrück


Jeder Zeichner arbeitet an seinen eigenen aktuellen Themen, das private Atelier ist sozusagen in den öffentlichen Raum für 10 Tage verlegt worden. Hier im Bild hinten Caro Enax, vorne Frank Gillich.


Eine inspirierende Arbeitsatmopspäre. Im Bild von links nach rechts: Marion Tischler, Wilfried Bohne, Michael Perlbach und Robert Stieve.


Die Arbeitsecke von Beate Freier-Bongaertz. Sie beschäftigt sich aktuell mit der Wegstrecke zwischen Heimat und zu Hause. Ausschlaggebend waren Strukturen von Landkarten. Sie ist die Strecken gefahren und hat jeden Kilometer einen screenshot vom Navi gemacht. Auf dieser Grundlage werden jetzt die 153 Kilometer zeichnerisch mit Erinnerungen verortet.


Ausschnitte der Arbeit zu der Wegstrecke zwischen Heimat und zu Hause, d. h. Wanne-Eickel und Borgholzhausen.

dreidimensional

Die Ausstellung „3D´23“ in der skulptur-galerie Osnabrück gibt einen Einblick in die dreidimensional arbeitende Kunstszene. Der Besucher der Werkschau bekommt einen spannenden Eindruck aktueller Vielfalt an Materialien, Techniken und Themen geboten. Von formästhetischer Formgebung über klassische Bildhauerei bis hin zu politischen Arbeiten ist alles vertreten.

Vierzehn Künstler und Künstlerinnen zeigen ihre Werke, einer von ihnen ist Jörg Spätig. Seine surrealen Skulpturen spielen mit der Auflösung der Dreidimensionalität durch extremes Schwarz, sie wirken von Weitem wie Scherenschnitte. Gleichzeitig ist dieses Experiment eine Unterstreichung der traumhaften Anmutung der Figur.

Ebenfalls zu sehen sind aktuelle Arbeiten von Elena Kok, in einer persönlichen Auseinandersetzung mit den indigenen Völkern und prähispanischen Hochkulturen Mexikos.

Die Ausstellung ist bis zum 20.1.2024 zu sehen.
Skulptur-galerie, Bierstr. 2, 49074 Osnabrück
Öffnungszeiten: Di – Fr 11 Uhr – 18 Uhr, Sa 10 Uhr – 16 Uhr


Jörg Spätig: »Von woher auch immer sie kommen«


Elena Kok: „Krone“

Aufsicht

„Unter einer AUFSICHT versteht man einen Polizisten, der auf einem handelsüblichen und sorgfältig entzuckerten Kaugummi klebt“, so der Künstlers Ruppe Koselleck zu seiner Arbeit im DaunTown Skulpturengarten.

AUFSICHTEN läßt Ruppe Koselleck seit 1996 an ausgesuchten Ecken auf seinem Weg über diesen Planeten zurück. Er pflanzt den Polizisten in das Kaugummi, macht ein Foto und läßt die Installette zurück im öffentlichen Raum. Solange bis die Miniatur entdeckt wird….

AUFSICHTEN stehen in Paris, London, Osaka, Bielefeld und jetzt auch ein Polizist auf einen Motorrad in DAUN TOWN. Als Teil einer super Skulpturensammlung.
#kiör #ruppekoselleck #kaugummi #polizistenaufkaugummi

Mehr über Ruppe Koselleck: www.koselleck.de
Alle Skulpturen im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown: www.avantgarten.eu

Mal Sehen

Die Galerie Bel Étage zeigt aktuell mit der Ausstellung „Mal Sehen“ einen Überblick an Werken von Beate Freier-Bongaertz aus verschiedenen Schaffensperioden.

So unterschiedlich einzelne zeichnerische Objekte auch sein mögen, allen liegt das Thema „Material als Impuls“ zugrunde. Diese Arbeitsweise ist charakteristisch für die Künstlerin.

Am Anfang steht immer ein spielerisches Verfahren mit dem vorgefundenen Material. Auf der Suche nach Geschichten, die sich in ihm verbergen, wird der Alltagsgegenstand zum Impulsgeber für ihre Werke. Sie ergänzt ihn zeichnerisch, deutet um und setzt Bekanntes in einen neuen Kontext, mit Augenzwinkern.

Der experimentell-reflexive Umgang mit Material oder Utensilien bringt sie auf neue Fährten, trägt die Ideen über den Gegenstand hinaus, auf eine weiterführende Suche nach gedanklichen Zusammenhängen. Eine zeichnerische Eingebung ergibt die nächste, so entstehen ganze Serien von bis zu 200 Arbeiten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16.12.2023 in der Galerie Bel Étage in der Münsterstraße 3 in Gütersloh zu sehen.

Hier ein kleiner Einblick in die Bel Étage.


„Auf Schusters Rappen“


„Maps“: Beate Freier-Bongaertz spielt in ihren Arbeiten mit der Struktur von Landkarten und legt in den Karten versteckte menschliche Figuren frei.


„Häuserblock“ – Struktur einer City.


„Flaschenpost“ – Botschaften aus dem Publikum.


„Reise zum Mittelpunkt der Erde“ Hommage an Jules Verne.
(Fotos: Michael Wöstheinrich)

Mehr Arbeiten von Beate Freier-Bongaertz

Mythen der Mauser

Zum ersten Mal findet im Showroom des Atelierhauses DaunTown eine Ausstellung statt, kuratiert von unserem Atelier-Stipendiaten Yasin Wörheide. Er ist durch die Ateliers gestöbert und hat Verblüffendes zusammengetragen.

Aus allen Ecken und Schubladen hervorgezaubert, hat er mit seiner Auswahl aus alten und aktuellen Arbeiten eine thematische Ausstellung konzipiert. Zusammen mit den Kokuratoren Marvin Wunderlich und Peter Karpinski ist es ihm gelungen, selbst die DaunTown-Künstler zu verblüffen. Sie entdecken auf diese Weise durch den anderen Kontext ihre eigenen Arbeiten neu. Die Mythen der Mauser regen den Besucher an, die Ausstellung in seinen Gedanken mit Weiterem zu verknüpfen und zu komplettieren.

Dieses Ereignis wurde mit einer kleinen Eröffnung und Live-Musik gefeiert. Bei Grünkohl und netten Gesprächen mit ehemaligen und aktuellen Stipendiat:innen, Künstler:innen des Avantgarten, den Atelierkünstler:innen, Künstlerkollegen und Gästen.

Hier nur ein kleiner Ausschnitt als Appetitanreger: Wer möchte, kann die Ausstellung nachmittags noch bis zum 10.12.2023 an den Wochenenden sehen.

Im Vordergrund eine Symbiose aus einer Arbeit von Yasin Wörheide und Susanne Kinski. An der Wand Malerei von Yasin Wörheide und ein Objekt von Matthias Poltrock.


Eine neue Skulptur von Jörg Spätig und Malerei von Marvin Knopf.

Kleinformate Malerei von Wolfgang Meluhn, Objekt von Matthias Poltrock und eine Skulptur von Jörg Spätig.

Die Mythen der Mauser lassen auch Mythen der Seefahrt und die weit tragenden Gedanken der Betrachter zu.

Malerei von Wolfgang Meluhn und eine Skulptur von Marvin Knopf.

Ein Werk von Yasin Wörheide, Arbeiten von Beate Freier-Bongaertz und Susanne Kinski mit einer Collage im Hintergrund.

Crashing Airplanes

Die Band Crashing Airplanes (Max Jäckel – Bass, Jan Klare – Saxophon, Querflöte und Yasin Wörheide – Singende Säge) spielte live in DaunTown.

Wer das Konzert in voller Länge hören möchte, kann hier einen Live-Mitschnitt von Crashing Airplanes aus dem Steinbruch Duisburg ansehen.

Anlass war die aktuelle Jahresausstellung in DaunTown. Hier trafen sich ehemalige und aktuelle Stipendiat:innen, Künstler:innen des Avantgarten, die Atelierkünstler:innen, Künstlerkollegen und Gäste.


Fotos: Michael Wöstheinrich

Classroom Session

In Münster, in einer alten Schule, trafen sich Musiker und bildende Künstler zu einer Session mit Pop-up-Ausstellung. Yasin Wörheide schuf mit seiner Idee zu der Aktion für einen Abend einen der wenigen Orte in der Region, an denen sich die lokale Kunst- und Musikszene treffen und vernetzen konnte.

Ziel: sich kennenlernen, musikalische und künstlerische Potenziale entdecken, netzwerken, sich austauschen und über die gezeigten Arbeiten philosophieren, unter Kollegen und mit Gästen. Zu den eingeladenen Künstlern zählte auch Marvin Knopf.

Die ehemaligen Klassenräume der Schule boten die passende Kulisse. Skulpturen von Marvin Knopf, im Hintergrund an der Wand eine Arbeit des Künstlers Simon Mehling.

Kunstpotentiale in ländlichen und urbanen Räumen

Ca. 100 Künstler aus Deutschland trafen sich im Oktober zum BBK Symposion in Berlin. Thema: die Bedingungen des Kunstschaffens in ländlichen, urbanen und Übergangs-Räumen.

Der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler ging den Fragen nach: Wie müssen attraktive, wirksame Strukturen für die Bildende Kunst aussehen? Wie kann künstlerische Arbeit unterstützt werden? Was macht den Unterschied zwischen ländlicher und städtischer Region aus?

Expertinnen und Experten aus Kunst und Kultur, Soziologie sowie Stadtplanung gaben in einem Einstiegspodium und drei Themenräumen Impulse für den Austausch mit dem Publikum. Beate Freier-Bongaertz war für den Bereich Kunst im ländlichen Raum geladen.

Aus den Erfahrungsberichten der Künstlerinnen und Künstler ließen sich interessante Erkenntnisse ableiten. Hier nur ein paar Beispiele:

So wurde deutlich, dass im städtischen Raum mehr Kunst um der Kunst Willen gefördert wird. In ländlichen Regionen hingegen werden bevorzugt partizipative Kunstprojekte unterstützt. Partizipative Kunst hat den Ansatz, die Bürger direkt in den kreativen Prozess einzubeziehen und zu Mitautoren der Arbeit werden zu lassen.

Auch die Feststellung, dass eine Atelieradresse auf dem Land bei Ausstellungsbewerbungen zum Nachteil werden kann, sorgte für Unmut. Mit Großstädten wird automatisch große Kunst-Qualität verbunden.

Aber die ländliche Region bietet auch Vorteile: bezahlbaren Arbeitsraum und ein sehr interessiertes Publikum während der Eröffnungen z.B. in Kunstvereinen, bei nahezu gleichen Besucherzahlen wie im städtischen Raum.

Ein Abschlussplenum bündelte alle gewonnenen Erkenntnisse und filtert Handlungsoptionen heraus. (Als Video zu sehen auf der Internetseite des BBK-Bundesverband).

Tape Art

Neue Wandarbeit von Katrin Lazaruk im Avantgarten, dem Skulpturengarten in DaunTown.

Die Künstlerin ist mit ihren Werken auch im Bereich der Streetart-Szene unterwegs, zuletzt beim „female Graffiti & Streetart Festival“ in München. Und das, obwohl ihre Arbeitsweise nichts mit der klassischen Wandmalerei verbindet. Ihre Werke sind vielmehr ein Manifest der Wiederverwertung, alte Kassettenbändern geben der vergessenen Musikkassette neues Leben und lassen interessante Bildwerke entstehen.

Katrin Lazaruk schafft Werke, die nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch politisch und sozial relevant sind. Ihre Themen umfassen Popkultur, Politik und Feminismus. Mit ihrer Kunst setzt sie sich auch dafür ein, dass Frauen in Kunst und Gesellschaft sichtbar werden.

So zeigt ihr Werk im Avantgarten zwei Graffiti-Sprayerinnen und thematisiert damit, dass weibliche Künstlerinnen in dieser Szene selten Beachtung finden, obwohl viele in dem Bereich arbeiten. Aber sie appelliert auch an die Frauen, sich zu behaupten und das Mädchen-Kopftuch abzulegen.

Mehr Arbeiten von Katrin Lazaruk
Die Skulpturen aller Künstler in Avantgarten


Katrin Lazaruk zu Gast im HUBSA, dem künstlerischen Wohnobjekt von André Smits im Avantgarten.


Katrin Lazaruk schneidet das Motiv aus den fixierten Kassettenbändern heraus.


Anschließend wird das Motiv farbig hinterlegt.


Das Werk „ohne Titel“ von Katrin Lazaruk im Avantgarten in DaunTown.