Die Schaumgeborenen

Werke aus der neuen Skulpturen-Serie von Jörg Spätig werden zur Zeit gleich an mehreren Orten präsentiert, nicht nur der Kunstverein „Kunst im Turm“, Lippstadt zeigt Arbeiten aus dieser Reihe, auch im Avantgarten in DaunTown sind Werke zu sehen.

Spätig, der in der Kunstwelt für seine surreale Sicht bekannt ist, überrascht mit einer neuen Wendung. Naturbeobachtungen verschmelzen mit fragmenthaften Formen zu den „Schaumgeborenen“. Die zweite Werkreihe „Paradekissen“ ist in der Formsprache noch klarer formuliert.

Die Figuren kommen laut und aufmüpfig farbenfroh daher. Wie schon in der Vergangenheit experimentiert Spätig mit Farbigkeit im Skulpturalen. Er lenkt so den Blick der Betrachten auf Teilaspekte des Ganzen und verleiht den Werken malerische Aspekte.

Dennoch, der Schein trügt, auch in diesen Werken gibt es keine eindeutige Interpretation. Meinen die Betrachteten von einer Seite einen Frosch zu sehen, zeigt die Rückseite ein ganz anderes Bild. 

Die neuen Arbeiten von Jörg Spätig bieten ein Spiel mit der Frage nach Wahrheit. Was ist real, was Fiktion und wann ist eine Form schön? Ist alles nur abhängig von einer ästhetischen Konvention, auf die wir uns geeinigt haben?


Die neue Werkreihe von Jörg Spätig.


„Schaumgeborene“ von Jörg Spätig.


Aus der Serie „Paradekissen“ von Jörg Spätig.


Eines der Werke, die im „Kunst im Turm“, Lippstadt gezeigt werden.

Aktuelle Arbeiten von Jörg Spätig noch bis zum 18.11.2026 im Kunst im Turm, Lippstadt, Von-Tresckow-Straße 31

57km349°NNW

Als Auftakt zu neuen gemeinsamen Projekten ist jetzt eine Ausstellung im Kunstverein „Kunst im Turm“ in Lippstadt mit allen DaunTown-Künstlern eröffnet worden. Der Titel „57km349°NNW“ beschreibt die geografische Distanz beider Orte, die mit ihrem seit Jahren geführten Kunstdiskurs diese Distanz in eine Nähe transformieren.

Im Dialog geht es nicht nur um Fragestellungen zur aktuelle Kunst und einzelnen künstlerischen Positionen. Ein Anliegen aller Beteiligten ist es, Kunst in der Region sichtbar zu machen. Hierzu trägt auch das internationale Netzwerk von DaunTown bei. Der Austausch soll nun intensiviert werden, so ist auch ein Besuch der DaunTown-Ateliers mit Kunstgesprächen geplant.

Die Ausstellung „57km349°NNW“ gibt einen kleinen Überblick über das vielfältige künstlerische Schaffen der zehn Künstler und Künstlerinnen plus zwei Stipendiaten. Das Spektrum reicht von Malerei, Malerei mit Keramik-Assemblage über Foto, Objekte, Skulptur bis hin zu Tapisserie. Die beteiligten Künstler sind: Sarah Marie Caroline Dahm, AnnieLuu Fischer, Beate Freier-Bongaertz, Michael Holtgrewe, Peter Karpinski, Susanne Kinski, Marvin Knopf, Alexandra Malobrodski, Wolfgang Meluhn, Matthias Poltrock, Jörg Spätig, Yasin Wörheide.

Bis zum 18.11.2026 ist die Ausstellung zu sehen:
Kunst im Turm, Lippstadt, Von-Tresckow-Straße 31

Hier ein kleiner Ausschnitt der umfangreichen Ausstellung. Wir wünschen Ihnen interessante eigene Dialoge mit den Werken vor Ort.


Dirk Skowronski vom „Kunst im Turm“ bei der Eröffnung. (Foto: Alexandra Malobrodski)

Ein neues Portal für den Avantgarten

Speziell für den Eingang des Avantgartens, den Skulpturen-Garten in DaunTown, entwickelten die Berliner Bildhauerin Susanne Roewer und Jörg Spätig gemeinsam die Idee zu einer Skulptur.

„Portal DaunTown – von guten Geistern und schröcklichen Göttern“, ist der Titel des Werks, das nun einen der Eingänge bewacht. Zur feierlichen Enthüllung wurde der Garten zum Teil umgestaltet und durch weitere Skulpturen ergänzt.

Über ein Jahr Arbeit mit vielen Material-Experimenten, Gesprächen zwischen Berlin und Borgholzhausen, Probeformen, Verwerfungen und neuen Intuitionen steckt in diesem Werk. Die Ausführung hier vor Ort brachte weitere Impulse. „Du kannst dem Material nicht deinen Willen aufzwingen, du musst mit ihm arbeiten und die entstandenen „Fehler“ als Gestaltungschance wahrnehmen“, so Spätig.

Entstanden ist eine große Skulptur, die Aufmerksamkeit fordert. Zeitgenössisch und dennoch werden Erinnerungen an prunkvoll gestaltete Eingänge alter Gebäude, Kirchen und Tore wach. Während der Romanik und Gotik galten Tierfiguren als Schutz vor bösen Geistern.


Susanne Roewer und Jörg Spätig in DaunTown bei den Arbeiten an der Skulptur.


Details Innen und Außen: Eine der Tierfiguren im Innenraum der Skulptur.

„Portal DaunTown – von guten Geistern und schröcklichen Göttern“ von Susanne Roewer und Jörg Spätig.

Mehr von Susanne Roewer und Jörg Spätig
Alle Werke im Avantgarten

Verwandelte Räume III

Dieses mal bespielen die „Verwandelten Räume“ einen Ladenleerstand in der Herforder Innenstadt. Auch hier inszenieren sieben Künstlerinnen und Künstler einen Raum in nur fünf Tagen zum Gesamtkunstwerk.

Für die kollektive Entwicklungsarbeit ist der Raum selbst Impulsgeber für die Ideen der Künstler. So entstand eine künstlerische Arbeit, die bildhaft neue Welten entdecken lässt, kombiniert mit vertrauten Sounds aus Natur, Stadtgeräuschen und Musik.

Für fünf Tage sind Besucher eigeladen,sich von den Eindrücken inspirieren zu lassen und sich selber einzubringen. Interaktiv können Werke verändert oder ergänzt werden.

Die Künstler sind die ganze Zeit vor Ort und agieren performativ: Marcus Beuter (Klangkünstler), Beate Freier-Bongaertz (Künstlerin), Ivo Tödtmann (Filmemacher), Alexander Lauterbach (Filmemacher), Enrico Gomig (Filmemacher), Susanne Schulz (Musikerin), Willem Schulz (Musiker). Als Gastkünstler sind Werke von Barbara Daiber und Jörg Spätig ausgestellt.

„Verwandelte Räume“ ist eine Raumintervention und Teil eines 3-jährigen Kunstprojekts der Cooperativa Neue Musik mit dem Filmhaus Bielefeld, der HSBI FB Gestaltung und dem Künstlerkollektiv DaunTown.

Gefördert wir das Kunstprojekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der LWL Kulturstiftung.

Verwandelte Räume III – Multimedia Inszenierung
Brüderstraße 34, Herford
23.-27.9.2026 / täglich 12 – 22 Uhr

artistintheworld playlist

Den Titel des Kunstprojekts „Artist In The World – The Never Ending Art Trip“ des niederländischen Künstlers Andre Smits, kann man wörtlich nehmen. Seit 2008 ist Smits weltweit unterwegs, um Künstler in ihren Ateliers zu fotografieren.

Aktuell hat er inzwischen 7093 Künstlerinnen und Künstler in ihren Studios besucht und den Raumeindruck fotografisch festgehalten. Die Künstler stehen dabei inmitten ihrer Werke, ihren Arbeiten zugewandt mit dem Rücken zur Kamera. Sie sind es auch, die durch ihre Kollegenempfehlung die Reiseroute vorgeben.

Ein fester Punkt bei seinen Reisen ist DaunTown. Gemeinsam mit der Ateliergemeinschaft hat er im Garten eine soziale Skulptur geschaffen, den HUBSA, in dem internationale Bildhauer als Artist in Residenz 10 Tage wohnen und arbeiten können.

Wandtatoos zeigen außen und innen eine Art Reisebeschreibung. Smits zeichnete außen die Route von Stadt zu Stadt und innen, welcher Artist ihn zu welchem Künstler oder Künstlerin weitergeschickt hat.

Jetzt hat Andre Smits begonnen, sein zeichnerisches Repertoire um eine neue Idee zu ergänzen, der „artistintheworld playlist“. Hierzu läd er die Porträtierten zu einem gemeinsamen Werk ein. Auf diese Weise entstehen spannende, kleine Kabinettstücke, wie die oben abgebildete Gemeinschaftsarbeit von Wolfgang Meluhn und Andre Smits.


„artistintheworld playlist“ ein Gemeinschaftswerk von Jörg Spätig und André Smits.


„artistintheworld playlist“ eine Zusammenarbeit von André Smits und Beate Freier-Bongaertz.

Alle Werke aus der Serie „artistintheworld playlist„.
Die Atelierfotos des Kunstprojekt „Artist In The World“ sehen sie hier.

WHERE THE FOX LIVES

Der Fuchs lebt ursprünglich verborgen in unterirdischen Bauten abseits menschlicher Siedlungen, nähert sich jedoch zunehmend urbanen Räumen an und bleibt dabei für viele Menschen dennoch kaum sichtbar. Diese Ambivalenz aus Nähe und Verborgenheit bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung ,,Where the Fox Lives“ in der skulptur-galerie Osnabrück.

Gezeigt werden erstmals dreidimensionale Arbeiten aller neun Künstler:innen der Ateliergemeinschaft DaunTown, die in einer ehemaligen Daunenfabrik am Rand des Teutoburger Waldes arbeiten. Die Ausstellung eröffnet einen Überblick über die unterschiedlichen künstlerischen Positionen.

Kuriert wurde die Ausstellung von Alexej Eisner und Marius Kolkmeyer. Sie zeigen mit dieser Ausstellung neue Ein-, Aus- und Durchblicke auf die Werke von Sarah Marie Caroline Dahm, AnnieLuu Fischer, Beate Freier-Bongaertz, Michael Holtgrewe, Marvin Knopf, Wolfgang Meluhn, Matthias Poltrock, Jörg Spätig und Yasin Wörheide.

5.6. bis 11.7.2026
skulptur-galerie Osnabrück, Bierstr. 2
Öffnungszeiten: Mi–Fr 15–18 Uhr und Sa 11–16 Uhr


Die Ausstellung zeigt neue Ein-, Aus- und Durchblicke, die überraschen.

Verwandelte Räume I

10 Künstler*innen inszenieren 10 Tage lang den „open space“ im Kulturhaus Ostblock zu einem einzigartigen KunstRaum. Musik und Klanginstallation, Malerei, Zeichnung und Skulptur, Filmprojektion und digital art greifen experimentell ineinander und verwandeln den großen Raum in ein sich permanent änderndes Gesamtkunstwerk.

Nach 5 Tagen kollektiver Entwicklungsarbeit wurde ein Raum zum Kunstobjekt. Fast alle Arbeiten sind in 5 Tagen und Nächten vor Ort entstanden, beziehen sich auf den Raum und greifen ineinander. Das Ergebnis des Kunstprojekts ist spannend.

Der Raumeindruck erschließt sich allerdings nur vor Ort, denn Akustik und bewegte Bilder sind ein entscheidender Ausstellungsfaktor. Das Publikum kann sich frei bewegen, sitzen, liegen, träumen, Tee trinken und verwandeln lassen.

Während der öffentlichen Ausstellung gibt es zusätzlich spontane Interventionen mit Livemusik, Text, Zeichnungen, Video und Performance.
Die Künstler*innen sind: Marcus Beuter (Field Recording), Sarah Marie Caroline Dahm (Malerei), Beate Freier-Bongaertz (Zeichnung), Lilly Köpke (Video, Rauminstallation), Leon Schäfer (Video, Rauminstallation, Licht), Willem Schulz (Cello), Jörg Spätig (Skulptur), Aisha Stief (Video, Animationsfilm, Rauminstallation), Ivo Tödtmann (Video)

Die Raumintervention ist Teil eines 3-jährigen Kunstprojekts der Cooperativa Neue Musik mit dem Filmhaus Bielefeld, der HSBI FB Gestaltung und dem Künstlerkollektiv DaunTown.

Gefördert von: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Regionales Kulturprogramm NRW, Bürgerstiftung Bielefeld, Sparkasse Bielefeld

Verwandelte Räume I
Multimedia Inszenierung
Kulturhaus Ostblock – Open Space
Werner-Bock-Str. 34c, Bielefeld
17.-21.09.2025 / täglich 12 – 24 Uhr


Hier der Versuch, fotografisch Raumeindrücke zu vermitteln. Das Gesamtkunstwerk erschließt sich allerdings nur vor Ort.
Akustik und bewegte Bilder sind ein entscheidender Ausstellungsfaktor. Besucher können die aufgestellten Sitz- und Liegemöglichkeiten nutzen und im Raum verweilen.


Der Raum wurde bis in die kleinsten Nischen verwandelt.

Das Video von Ivo Tödtmann gibt einen kleinen Einblick in die Atmosphäre des Raums. Video „Verwandelte Räume I“

Gute Nachbarschaft

– ein Gastbeitrag von Peter Karpinski 

Gute Nachbarn helfen mit einem Viertelpfund Zucker oder zwei Eiern aus. Mit einer Rohrzange, wenn Werkzeug fehlt. 

Gute Nachbarn stellen die Mülltonnen ordentlich in den Hof zurück. Gute Nachbarn machen keinen Krach nach 22 Uhr. Gute Nachbarn bringen Brot und Salz mit. 

Die Nachbarn aus DaunTown sind zu Besuch in Versmold: die Ausstellung “GOOD NEIGHBOURS” in der Galerie‘ET zeigt Werke von 11 Künstlerinnen und Künstlern. Sie alle arbeiten in der alten Daunenfabrik, am Rand des Teutoburger Waldes bei Borgholzhausen. 

Und was im Atelier auf natürliche Weise nebeneinander, miteinander und zueinander entsteht, tritt im Galerieraum in einen anderen Dialog: Singuläre künstlerische Strategien und Methoden erweitern und verbinden sich, unterziehen einander der Prüfung oder geraten in ihren Behauptungen in Widerspruch. 

Wie können malerische Miniaturen ihre feinsinnige Intimität behaupten, wenn man ihnen die Inszenierung an der Wand verwehrt? Wird eine Leinwand schon zu Architektur, wenn sie mehr als doppelt so groß ist wie der Raum, in den hinein sie gezwungen wurde? Der Bruch mit tradierten Begriffen und Erwartungen bringt die ein oder andere herkömmliche Annahme ins Stolpern – wie ein vergessener Grenzstein, an dem man sich im hohen Gras den Fuß stößt: Da kann es geschehen, dass selbst interessiertes Kunstvereinspublikum eine Arbeit völlig übersieht, oder Personal – in bester Fluxustradition – eine Installation versehentlich abbaut. 

Der Kunstkreis Versmold hat einige der Künstlerinnen und Künstler bereits in Einzel- und Gruppenausstellungen in den Ausstellungsraum eingeladen, “Good Neighbours” zeigt jedoch die Ateliergemeinschaft DaunTown zum ersten Mal bewusst als Kollektiv – damit wird das gemeinsame Arbeiten und Ausstellen selbst zum künstlerischen Modus, und die Gruppenschau mehr als nur die Summe ihrer Teile, die allein schon ein Universum an Auseinandersetzung verlangen würden: 

Jörg Spätigs malerische Eleganz, die über die Intimität des Kleinformats und die politische Dimension von Pornografie als Bildform reflektiert. 

Wolfgang Meluhns leidenschaftlicher Umgang mit Farbe und Format, in dem der Künstler selbst sich bewegen muss wie in einem Boxring, in dem das Malen zur heroischen Geste wird. 

Beate Freier-Bongartz zeichnerischer Minimalismus, deren konzeptueller Umgang mit den biografischen Bewegungen von Ausstellungsbesuchern in formaler Strenge aufgeht. 

Anni Fischers gehäkelte Kupferdrahtformen, die ihre historischen Wegbereiterinnen gleichermaßen würdigen wie aktualisieren, und ihre Fragestellungen in der Gegenwart fortführen. 

Marvin Knopfs Ästhetik des postdigital painting, die den Geist des Abstrakten Expressionismus heraufbeschwört und geschmackvoll zeitgemäß neu einkleidet. 

Yasin Wörheides Plastiken, die aus dem Fundus seiner märchenhaften Idiosynkrasien schöpfen, in denen magische Gegenstände ebenso belebt sind wie die eigenartigen Figuren, die seine Bildwelten bevölkern. 

Matthias Poltrocks Objekte erinnern an Meilensteine der Arte Povera, die mit der Theatralik von Gold und opalem Schimmer dem Materialfetisch zuzwinkern. 

Sarah Marie Caroline Dahms übermalte Farbdias aus dem Familienarchiv, die in Urlaubsfoto-Posen die bizarre Albernheit bürgerlicher Chiffren vorführen. 

Susanne Kinskis Collagen von bemerkenswerter Zeitlosigkeit, die Zitate der klassischen Moderne und methodische Analyse derselben zugleich sein können. 

Alexei Eisners Lithographien, deren zweimal gedoppeltes Vierfachmotiv vom havarierten Floß Europa heute genauso zeitgemäß erscheint wie vor über hundert Jahren, als diese Druckform ihre Blütezeit erlebte. 

Dazwischen eine Malerei von mir, in der eine janusgesichtige Figur aus dunklem Grund hervortritt, von unleserlichen Graphemen umgeben wie von unbestimmten Gedanken. 

Das Atelierhaus ist das Rhizom, dessen Wurzeln und Tendrillen durch alle Räume mäandern und so viele unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen, Ideen und Methoden miteinander verbinden. Mit intellektuellem Nährstoff versorgt, wachsen aus ihnen bunt schillernde Fruchtkörper hervor. 

Kunst ist immer Haltung – ob zur Geschichte eines Mediums, zu den Konventionen und Strukturen des Ausstellens, zum politischen und gesellschaftlichen Wert des Kunstschaffens in Kontrast zu seinem Markt – sie ist unweigerlich Spiegel ihrer Zeit. Kunst bezieht Standpunkt, reflektiert die Bedingungen, unter denen sie entsteht oder verhindert wird. Dafür braucht es Raum für Diskurs, Gespräche und Austausch in Atelier, Galerie und Kunstverein. 

Das Ringen um Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, und die ökonomischen Realitäten im ländlichen Raum außerhalb der Metropolen und kulturellen Zentren werfen existenzielle Fragen für Kunstschaffende auf: wenn auf den 12km zwischen Borgholzhausen und Versmold die Art Basel Miami Beach liegt, ist gute Nachbarschaft um so wichtiger. Kunst- und Kulturorte wie DaunTown und die Galerie’ET zeigen: die Nachbarschaft ist vielfältig und die Kunst erstaunlich lebendig. 

GOOD NEIGHBOURS kuratiert von Peter Karpinski und Yasin Wörheide läuft vom 06ten bis zum 29ten Juni 2025 in der Galerie’ET (Kunstkreis Versmold e.V.) Münsterstr. 7, 3775 Versmold, Mi 15-17h, Sa 11h-13h, So 11-13h und 15-17h 

Einblick in den Ausstellungsraum. (Foto: Peter Karpinski)

converso pollice – der Turm stürzt ein

Am vergangenen Freitag fand die PopUp Ausstellung „converso pollice – der Turm stürzt ein“ in Münster im Gazometer statt. Seit 2021 belebt das gazo-Kollektiv des sozialpalast e.V. das imposante Industriedenkmal mit Kultur und als nicht-kommerziellen Raum für sozialen Austausch und partizipatives Miteinander. Nun soll der Ort bebaut werden…

Drei DaunTown-Künstler waren dabei: Wolfgang Meluhn, Jörg Spätig und  Yasin Wörheide. Zu sehen waren außerdem Skulpturen, Malerei, Fotografie und Performances von Bastian Buddenbrook, Ronja Eiselt, Finn Froböse, Simon Leibbrand, Irina Martyshkova, Steffen Mischke,  David Rauer, Micael Goncalves Ribeiro und Agnes Zimmermann.

Zum Abschluss gabs Konzerte von „Crashing Airplanes“ und „Bungalow“.


Foto: Thorsten K. Werner


Die 20 x 12 Meter große Malerei „Pool“ von Wolfgang Meluhn. Foto: Thorsten K. Werner


Foto: Thorsten K. Werner


Publikum am „Beckenrand“.


Skulpturen von Jörg Spätig.


Neue Arbeiten von Jörg Spätig.


Jörg Spätig Skulptur.

Malerei von Yasin Wörheide über den Graffitis am Gasometer. Foto: Agnes Zimmermann


Vier Meter Malerei auf Leinwand von Yasin Wörheide. Foto: Agnes Zimmermann


Malerei Yasin Wörheide.


Konzert der „Crashing Airplanes“.

ZEIT – KUNST – EXPERIMENT

25 Jahre Kunst im Turm – in dieser Zeitspanne zeigte der Kunstverein über 60 Künstlerische Positionen in Einzelausstellungen. Zur „Jubiläumsausstellung“ sind aus diesem Kreis 24 Künstler und Künstlerinnen eingeladen, ihre aktuellen Arbeiten zu präsentieren. Mit von der Partie sind Werke von Jörg Spätig, Wolfgang Meluhn und Beate Freier-Bongaertz.

Die Ausstellung ist bis zum 15.9.2024 im Kunstverein „Kunst im Turm“ zu sehen.


„Hommage an Marlene“ heißt die Arbeit von Jörg Spätig.


Wolfgang Meluhn ist mit seiner Malerei „Rodin und die Ente“ vertreten.


Beate Freier-Bongaertz befragte zur Eröffnung das Publikum zu ihrem Kunstprojekt „Migratio“.